Karlsruher Polizei sensibilisiert Bürger mit Bäckertüten

27. Oktober 2020 , 06:00 Uhr

Karlsruhe (pm/mt) – „Omi, ich brauch Geld!“ – „Die Polizei holt nie ihr Geld ab!“ Diese Sprüche stehen jetzt auf Karlsruher Bäckertüten. Die Polizei möchte so die Bürger über Telefonbetrüger aufklären. Denn durch Corona ist es für die Polizei schwerer, die älteren Menschen zu erreichen, die meist Ziel der Betrüger sind. Mit der Aktion sollen aber auch jüngere Menschen angesprochen werden, die dann mit ihren Eltern oder Großeltern über das Thema sprechen sollen.

Jüngere sollen auch mit Aktion angesprochen werden

Auch wenn überwiegend Senioren von Telefonbetrügen betroffen sind, soll die Aktion auch die Jüngeren ansprechen: „Die holen sich die Tüten beim Bäcker, weil sie einkaufen, sehen das dann und sprechen mit ihren Eltern, mit ihren Großeltern drüber und so versprechen wir uns einen großen Verbreitungsgrad“, so die Karlsruher Polizeipräsidentin Caren Denner. Insgesamt 23 erfolgreiche Telefonbetrüge hat es alleine dieses Jahr gegeben und ein Vermögensschaden in Höhe von nahezu 200.000 Euro. Die Dunkelziffer liegt laut Angaben der Polizei vermutlich sehr viel höher. Die Opfer schämen sich in diesen Fällen oft zu sehr, um darüber zu sprechen.

Corona erschwert es Senioren zu erreichen

Durch Corona ist es für die Polizei schwerer, die älteren Menschen zu erreichen: „Wir können momentan nicht zu den Senioren gehen in Form von Vorträgen, wegen Corona und wollen aber trotzdem, dass sie geschützt werden. Wir hatten alleine vorletzte Woche über 100 Anrufe zum Thema falscher Polizeibeamter und die Täter die gehen da so perfide vor, dass sich wirklich auch Menschen, die wissen, dass es dieses Betrugsdelikt gibt, dennoch überzeugen lassen, dass sie jetzt sofort ihr Geld hergeben müssen“, so Bettina Raststätter von der Karlsruher Polizei.

Senioren unterschätze die Situation

Viele Senioren wiegen sich laut dem Polizeihauptkommissar Remigius Kraus auch in falscher Sicherheit: „Die glauben tatsächlich, dass sie erstens die Stimme ihres Enkels erkennen würden, dass sie zweitens raus sind aus der Nummer, wenn sie keine Enkel haben und drittens, dass sie vom Telefon alles steuern können, weil sie glauben, da ruft jemand an und sagt: ‚Hallo Oma hier ist die Anja.‘ – weit gefehlt – denn Enkeltrick beginnt immer mit Fragen.“ Der Täter wisse zum Zeitpunkt des Anrufes meistens nur Vorname, Nachname und Adresse, so Hauptkommissar Kraus im Interview mit der neuen welle.

Genau zuhören verhindert Schaden

Als Reaktion auf einen Telefonbetrugsanruf gilt immer: Sofort auflegen und dann die Polizei mit der 110 anrufen und Anzeige erstatten. Doch auch die jüngeren Menschen können viel für ihre älteren Mitmenschen tun. Polizeipräsidentin Caren Denner appelliert, genau zuzuhören, wenn Senioren ihnen über ungewöhnliche Anrufe etwas erzählen: „Das hat schon in vielen Fällen dazu geführt, dass die Angehörigen oder aber auch Bankangestellte oder auch Taxifahrer aufmerksam im Gespräch waren und gemerkt haben, ‚Oh auf einmal soll jemand über 20.000, 30.000 Euro abheben, wofür?‘ und dann die Polizei verständigt hat. Und so kann man dadurch auch die alten Menschen vor solchen Taten bewahren.“


Foto: dnw

 

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