Im Südwesten ist jede siebte Vogelart vom Aussterben bedroht

30. September 2022 , 14:00 Uhr

Alle Vögel sind schon da? Das gilt schon seit langem nur noch für das Volkslied. Denn viele Vogelarten der Welt drohen auszusterben. Und auch in Baden-Württemberg sind zahlreiche Arten gefährdet. Das ist das düstere Ergebnis einer weitreichenden Bestandsaufnahme.

Insgesamt 27 Arten bereits ausgestorben

Im Südwesten ist mittlerweile jede siebte Vogelart vom Aussterben bedroht. «Auch an Baden-Württemberg geht der Vogelschwund nicht spurlos vorbei», sagte Stefan Bosch, der Landesfachbeauftragte für Ornithologie des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu). Insgesamt 27 Arten seien bereits ausgestorben. «Weitere 28 Arten wie das Rebhuhn, das Braunkehlchen und die Feldlerche sind vom Erlöschen bedroht und 15 Arten sind stark gefährdet», sagte Bosch. Er bezieht sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf die noch nicht veröffentlichte Rote Liste der Brutvögel.

Bei fast der Hälfte aller weltweiten Vogelarten schrumpft die Zahl der Tiere

Weltweit ist eine von acht Vogelarten in ihrer Existenz gefährdet, wie aus dem aktuellen «State of the World’s Birds»-Bericht der gemeinnützigen internationalen Organisation Birdlife hervorgeht. In ihm werden alle vier Jahre systematisch die Daten von Forschern, Artenschützern und anderen Organisationen zusammengetragen. Bei fast der Hälfte aller weltweiten Vogelarten schrumpft demnach die Zahl der Tiere, nur sechs Prozent der Arten haben noch wachsende Populationen.

Abwechslungsreiche Struktur auf den Feldern verschwindet

Durch die industrielle Landwirtschaft verschwinde die abwechslungsreiche Struktur auf den Feldern mit den Randzonen, Alleen, Büschen und Brachflächen, sagte der Nabu-Vogelschützer Bosch. «Verantwortlich sind auch die Verbraucher, die vor allem auf niedrige Preise achten und weniger auf die Auswirkungen ihrer Wahl für das gesamte Gefüge.»

Dabei sei auch die Gesellschaft direkt vom Artensterben der Vögel betroffen. «Wenn Vögel sterben, dann ist das immer auch ein Alarmsignal», sagte Bosch. Der Zustand ihrer Arten sage etwas aus über den Zustand der Insekten oder falsche Entwicklungen zum Beispiel im Agrarbereich oder bei der Stadtplanung, die früher oder später auch entscheidend seien für die Menschen.

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