Kritik aus Baden-Württemberg am Corona-Gesetzentwurf des Bundes

03. August 2022 , 15:50 Uhr

Die Landesregierung hat sich enttäuscht gezeigt vom neuen Entwurf der Bundesregierung für das Infektionsschutzgesetz. «Wir hätten uns mehr von dem Entwurf erhofft, da das entscheidende Mittel, nämlich ein umfangreicher Instrumentenkasten für die Länder, nicht vorgesehen ist», sagte Gesundheitsminister Manne Lucha. Der Entwurf bleibe hinter den Erwartungen des Landes zurück. Zum Schutz vor einer Herbst-Coronawelle sollen die Bundesländer ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Eine Maskenpflicht in der Schule ist nur vorgesehen, wenn sonst kein geregelter Präsenzunterricht möglich wäre.

Lucha wäre für 2G- oder 3G-Beschränkungen gewesen

Lucha kritisierte, dass es nicht die Möglichkeit gebe, bei verschärfter Infektionslage im Extremfall sogenannte 2G- oder 3G-Beschränkungen oder Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum einzuführen. Der Gesetzentwurf sei in drei Stufen untergliedert, in denen je nach pandemischer Situation weitergehende Maßnahmen getroffen werden können, etwa Personen-Obergrenzen für Veranstaltungen oder eine Maskenpflicht in Innenräumen.

„Für den Notfall müssen wir schnell und ohne Zögern handeln können“

Man müsse überprüfen, warum etwa in der ersten Stufe nicht die Möglichkeit bestehen soll, in Arztpraxen eine Maskenpflicht einzuführen. Auch stellte Lucha die Frage, ob es sinnvoll sei, Ausnahmen von der Maskenpflicht für geimpfte und genesene Personen zuzulassen, wenn diese möglicherweise auch ansteckend sein können. «Wir hoffen, dass wir bis auf Basismaßnahmen im nächsten Herbst und Winter nichts brauchen werden, aber für den Notfall müssen wir schnell und ohne Zögern handeln können», sagte der Minister. Nun sei eine umfangreiche Analyse und Beratung des Gesetzentwurfs notwendig.

Bundesweit weiterhin Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger

Der Entwurf für das Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass die Länder zum Schutz vor einer Herbst-Coronawelle ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Das teilten Bundesgesundheits- und Bundesjustizministerium am Mittwoch gemeinsam mit. Bundesweit soll demnach weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen und in Restaurants soll es allerdings Ausnahmen für getestete, frisch geimpfte und frisch genesene Menschen geben.

Maßnahmen sollen vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023

Die Länder sollen auch die Möglichkeit bekommen, Tests in Schulen, Kitas und Einrichtungen zur Unterbringung von Asylbewerbern vorzuschreiben. Eine Maskenpflicht in der Schule ist nur vorgesehen, wenn sonst kein geregelter Präsenzunterricht möglich wäre – und auch dann nur ab dem fünften Schuljahr. Die Maßnahmen sollen vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023 gelten. Als nächstes wird sich das Kabinett mit den Vorschlägen befassen, dann ist der Bundestag am Zug.

Anzeige
Corona krank, Krankenversicherung, Krankschreibungen

Das könnte Dich auch interessieren

28.01.2026 Nicht alles nur Grippe - auch RSV geht wieder um Region (tk) – Die Grippewelle rollt - diesen Winter sogar recht heftig! Wobei nicht allein die Grippe (also eigentlich: Influenza) herumgeht, sondern auch sämtliche anderen Viren, wie Corona und RSV. Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein häufiger Erreger von Atemwegserkrankungen und tritt meist zwischen Oktober und März auf. 05.06.2026 CSD Karlsruhe 2026: Demo, Familienfest und großes Bühnenprogramm auf dem Marktplatz Karlsruhe (pm/dk) - Karlsruhe wird am Samstag, 6. Juni, wieder bunt: Beim Christopher-Street-Day zieht eine Demonstration durch die Innenstadt, auf dem Marktplatz gibt es ein Familienfest mit Bühnenprogramm und auf dem Schlossplatz eine Chill-Out-Area mit Musik. Das Motto in diesem Jahr lautet: „Queer Minds Matter; Weil Hass krank macht.“ 03.06.2026 KSC-Trainerteam steht: Diese Co-Trainer unterstützen Maximilian Senft Karlsruhe (pm/dk) - Beim Karlsruher SC steht das Trainerteam für die Saison 2026/27 fest. Cheftrainer Maximilian Senft, dessen Wechsel zum KSC bereits seit dem 21. Mai bekannt ist, bekommt Unterstützung von vertrauten Wegbegleitern aus Ried und von langjährigen Kräften mit KSC-Vergangenheit. 02.06.2026 Bad Schönborn: Falsche Polizisten erbeuten Gold im Wert von mehreren Hunderttausend Euro Bad Schönborn (dpa/svs) - Zwei Männer geben sich in Bad Schönborn als Polizisten aus und erbeuten Gold im Wert von mehreren Hunderttausend Euro bei einer Seniorin. Zudem haben die beiden Diebe die ältere Dame ins Gesicht geschlagen. Was die Täter der 88-Jährigen vorgaukelten und wie ihr der Polizei helfen könnt.