80 bekannte Fälle - Unbekannter lockert Radmuttern um Heilbronn

12. Februar 2023 , 14:07 Uhr

Heilbronn (dpa/jb) – Seit drei Jahren kommt die Polizei nicht auf die Spur eines Unbekannten, der Radmuttern an Fahrzeugen im Neckar-Odenwald-Kreis löst. Schon zweimal ist es zum Unfall gekommen.

Der achtzigste Fall von Sabotage gemeldet

Seit drei Jahren lockert ein mutmaßlicher Serientäter im Neckar-Odenwald-Kreis Radmuttern an Fahrzeugen. Der Polizei fehlt bisher jede Spur. Am Mittwoch hat das Polizeipräsidium Heilbronn den achtzigsten Fall mitgeteilt, der mit der Serie in Verbindung stehen soll. Diesmal hat es einen Lastwagen in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) getroffen, der auf einem Parkplatz abgestellt war. Zum Glück hat der Besitzer die Sabotage rechtzeitig bemerkt. Doch schon zweimal hat diese Sabotage zu Unfällen geführt.

Dunkelziffer vermutlich höher

Besonders in der Nähe der Stadt Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) hat die Polizei die meisten Fälle verzeichnet. Deshalb gehen die Ermittler von einem Serientäter aus. Seit dem Frühjahr 2020 soll dieser mindestens achtzig Mal zugeschlagen haben. «Wir vermuten, dass die Dunkelziffer noch höher liegt», sagte Petra Rutz, Pressesprecherin der Polizei in Heilbronn. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass es auch Nachahmer gibt.

Schwierig ihn auf frische Tat zu ertappen

Der Unbekannte agiert laut Rutz hauptsächlich im Dunkeln oder an abgelegenen Stellen. «Die Taten sind vermutlich sehr kurz. Ein Werkzeug reicht, um die Radmuttern zu lösen», sagt die Pressesprecherin. Das mache es schwierig, ihn auf frischer Tat zu ertappen. Auch sei es kompliziert die Tatorte zu bestimmen, da die lockeren Radmuttern zum Teil erst Tage oder Wochen später bemerkt werden. Oft werden gleich mehrere oder alle Räder der Fahrzeuge sabotiert, erklärt Rutz am Mittwoch. Manchmal führe dies auch zu Unfällen.

Rad während der Fahrt gelöst

Zuletzt konnte im Dezember 2021 eine 40-jährige Fahrerin mit einer Vollbremsung Schlimmeres verhindern. Von ihrem Auto hat sich während der Fahrt das linke Hinterrad gelöst. Das Rad ist auf die Gegenfahrbahn gerollt und mit einem weiteren Wagen zusammengestoßen. Später stellte sich heraus, dass zwei Radmutter gelockert waren. Verletzt wurde dabei niemand. Mitte 2021 ist es zu einem weiteren Unfall gekommen. Mitten auf der Bundesstraße 27 bei Buchen hat sich das Vorderrad eines Autos gelöst. Auch hier wurde glücklicherweise niemand verletzt.

Sabotage nicht ohne Konsequenz

Rutz spricht von gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr. Die Strafe reiche hier von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Gefängnis. Die Polizei sucht weiter nach Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben. Die Menschen im Kreis seien sensibilisiert.

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