Zusätzlicher Strombedarf für E-Autos laut Karlsruher EnBW kein Problem

05. August 2019 , 14:54 Uhr

Die Umstellung vom Benzin-Auto auf E-Autos stockt in Deutschland noch ziemlich. Kritiker führen immer wieder an, dass E-Autos teils noch relativ teuer und für viele Käufer aufgrund der Reichweite noch nicht attraktiv genug sind. Daran arbeiten die Anbieter teils schon erfolgreich.  Aber auch der zusätzliche Strombedarf wird als Problem angesehen. Der Karlsruher Energieversorger EnBW widerspricht.

Ladesäulen-Ausbau unrealistisch?

Der zusätzliche Strombedarf für eine große Zahl Elektroautos ist aus Sicht des Energiekonzerns EnBW kein Problem. Das Unternehmen widersprach damit am Montag auf Anfrage Aussagen des FDP-Politikers Hans-Ulrich Rülke, der einen schnellen Ausbau der Ladeinfrastruktur in einem Interview der „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ als unrealistisch bezeichnet hatte. Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag hatte gesagt: „Schnell aus der Kohle aussteigen und gleichzeitig hängt jeder sein Elektroauto an die Ladesäule? Das kann nicht funktionieren, das ist im besten Falle politische Illusion.“

So viel Stromverbrauch durch E-Autos

Für eine Million E-Autos in Deutschland werden nach EnBW-Angeben rund 0,4 Prozent Strom zusätzlich benötigt – bei einem durchschnittlichen Verbrauch pro Fahrzeug von 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer und 15 000 Kilometern Jahresfahrleistung. „Der Strombedarf ist aus heutiger Sicht keine Herausforderung für die Elektromobilität“, sagte EnBW-Sprecher Heiko Willrett. Aktuell gibt es nach einer Schätzung auf Basis von Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes rund 200 000 Elektrofahrzeuge einschließlich sogenannter Plug-in-Hybride in Deutschland.

Überlasten Ladesäulen tatsächlich das Stromnetz?

Wenn Ladestationen wie Pilze aus dem Boden schössen, würden die Stromnetze völlig überlastet, prognostizierte Rülke weiter. Auch hier widersprach EnBW unter Berufung auf einen Bericht der Expertengruppe der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität. Demnach wären schon mit der heutigen Infrastruktur etwa 13 Millionen E-Fahrzeuge machbar. Das entspreche einem Anteil von 30 Prozent aller Autos in Deutschland. Allerdings seien in Ballungsgebieten bei konzentrierten Zuwächsen lokale Engpässe möglich.

Eine halbe Milliarde Euro für Ladesäulen-Ausbau bis 2025

Nach Angaben des Verteilnetzbetreibers Netze BW sind Investitionen in den Netzausbau nötig, um die Verteilnetze leistungsfähiger zu machen. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben in seinem Gebiet Investitionen von 500 Millionen Euro bis 2025. Das sei besonders wichtig, wenn mehrere E-Autos in einer Straße gleichzeitig geladen werden sollen. Ein Feldversuch in Ostfildern bei Stuttgart habe gezeigt, dass von zehn Anwohnern mit E-Auto nie mehr als fünf gleichzeitig laden.

Anzeige
E-Mobilität Elektroauto EnBW. Karlsruhe Stromverbrauch

Das könnte Dich auch interessieren

01.09.2026 Özdemir fährt den sparsamsten Dienstwagen aller Länderchefs Baden-Württemberg (dpa/dk) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir liegt beim Dienstwagenvergleich der Deutschen Umwelthilfe ganz vorne. Sein vollelektrisches Fahrzeug verursacht laut DUH den niedrigsten CO2-Ausstoß unter allen Regierungschefs der Bundesländer. Für die Landesregierung insgesamt reicht es trotzdem nur für eine gelbe Karte.v 01.09.2026 E-Bike-Boom im Südwesten: Fast jeder Dritte in Baden-Württemberg besitzt eins Südwesten (dpa/svs) - E-Bikes und Pedelecs werden in Baden-Württemberg immer beliebter. Inzwischen besitzt fast jeder dritte Mensch im Land ein elektrisches Fahrrad. Damit liegt der Südwesten auch bundesweit sehr weit vorne. Nur in Niedersachsen gibt es mehr E-Bike Besitzer. 14.08.2026 Karlsruher Schnäppchenjäger Bill Igerde startet jetzt als Schlagersänger Karlsruhe (pm/dk) - Vom Preisvergleich ans Mikrofon: Die fiktive billiger.de-Werbefigur Bill Igerde bekommt ein neues Kapitel. Mit „Billig will ich“ veröffentlicht der Schnäppchenjäger seinen ersten eigenen Schlagersong – gemeinsam mit Mallorca-DJ DJ Aaron. 05.08.2026 Wie digitale Unterhaltung Stammkunden herbeizaubert (Partner) - Die fabelhafte Welt des Online-Entertainments dreht sich im Jahr 2026 gefühlt noch ein ganzes Stück schneller als ein glitzerndes, überdimensioniertes Riesenrad auf dem Karlsruher Messplatz. Ob kunterbunte Streaming-Dienste, packende E-Sports-Plattformen oder die herrlich schillernde Galaxie des iGamings – das Angebot im weltweiten Netz ist schlichtweg gigantisch, und die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht einmal ein kleines bisschen. Für Betreiber digitaler Plattformen reicht es