Zufriedenheit in Baden-Württemberg: Mannheim überrascht, Karlsruhe fällt zurück

09. Juni 2026 , 09:00 Uhr

Karlsruhe (dpa/dk) – Wie zufrieden sind Menschen in den großen Städten Baden-Württembergs mit ihrem Leben? Eine aktuelle Studie aus dem „Glücksatlas“ der Süddeutschen Klassenlotterie zeigt: In vielen Städten im Land ist die Zufriedenheit niedriger, als es die objektive Lebensqualität erwarten lassen würde. Eine Ausnahme gibt es aber: Mannheim.

Mannheim ist im Südwesten vorn

Unter den Großstädten in Baden-Württemberg schneidet Mannheim laut der Studie am besten ab. Die Stadt erreicht auf einer Skala von 0 bis 10 einen Zufriedenheitswert von 7,16.

Damit gilt Mannheim im Ranking von 40 deutschen Großstädten als sogenannter „Overperformer“. Das bedeutet: Die Menschen dort sind zufriedener, als es die objektiven Faktoren nahelegen würden. Dazu zählen zum Beispiel Bildungsangebot, Kriminalität, Einkommen oder die Eigentumsquote.

Bundesweit landet Mannheim gemeinsam mit Kassel auf Platz 13. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich Mannheim damit um vier Plätze verbessert. Nach der objektiven Lebensqualität müsste die Stadt laut Studie eigentlich nur auf Platz 26 liegen.

Karlsruhe: Gute Werte, aber geringe Zufriedenheit

Ganz anders sieht es in Karlsruhe aus. Die Stadt könnte nach den objektiven Faktoren bei der Zufriedenheit eigentlich bundesweit auf Platz 2 stehen. Tatsächlich landet Karlsruhe aber nur auf Platz 37.

Damit wird Karlsruhe in der Studie als deutlicher „Underperformer“ beschrieben. Die objektive Lebensqualität ist also hoch, die angegebene Zufriedenheit der Menschen aber deutlich niedriger.

Auch Freiburg liegt unter den Erwartungen

Ähnlich ist die Lage in Freiburg. Nach der objektiven Lebensqualität müsste die Stadt auf Platz 4 im Ranking stehen. Tatsächlich erreicht Freiburg aber nur Platz 26. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das ein Rückgang um fünf Plätze.

Die Forscher schreiben zu Karlsruhe und Freiburg: „Beide Städte verbindet eine gute wirtschaftliche Situation und im deutschlandweiten Vergleich eine vorbildliche Versorgung mit öffentlichen Gütern (Bildung und Gesundheit).“

Gleichzeitig nennen sie auch mögliche Schwachpunkte. In Freiburg sei die Wohnsituation im deutschlandweiten Vergleich die zweitschlechteste. Karlsruhe habe wiederum eine schnell alternde Bevölkerung.

Stuttgart landet im Mittelfeld

Die Landeshauptstadt Stuttgart kommt im Städteranking auf Platz 21. Das sind zwei Plätze weniger als bei der letzten Befragung.

Nach der objektiven Lebensqualität sehen die Forscher Stuttgart eigentlich auf Platz 8. Auch hier liegt die tatsächliche Zufriedenheit also unter dem, was die Lebensbedingungen erwarten lassen würden.

Was für die Studie abgefragt wurde

Für das Ranking wurden 40 Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern untersucht. Die Befragten sollten persönlich und mündlich auf die Frage antworten: „Wenn Sie einmal alles in allem nehmen, wie zufrieden sind Sie insgesamt zurzeit mit Ihrem Leben?“

Zusätzlich wurde ein Index der objektiven Lebensqualität erstellt. Dafür wurden 30 Indikatoren in acht Kategorien ausgewertet, darunter Wohnen, Kriminalität, Wohlstand und Arbeitsmarkt, Gesundheit, Familie und Bildung.

Baden-Württemberg bietet viel – trotzdem bleibt Luft nach oben

Grundsätzlich schneiden die Großstädte in Baden-Württemberg bei vielen objektiven Faktoren gut ab. Laut den Forschern sind die Einkommen hoch, viele Menschen besitzen Immobilien, die Kriminalität ist niedrig und die Bildungs- und Gesundheitsversorgung sehr gut.

Trotzdem geben viele Menschen in den Großstädten an, eher mäßig zufrieden zu sein. Bundesweit liegt Erfurt in der Studie auf Platz 1. Am schlechtesten schneidet Rostock ab. Insgesamt haben sich die Befragten minimal zufriedener geäußert als im vergangenen Jahr.

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