Zoo Landau stellt kleine Gepardin Assama vor – ein Flaschenkind mit schwierigen ersten Wochen

02. September 2025 , 16:53 Uhr

Landau (pm/dk) – Große Freude im Zoo Landau: Gepardenjungtier Assama, das Anfang Juli als einziges Jungtier von Gepardenkatze Rose geboren wurde, entwickelt sich nach einem schwierigen Start inzwischen gut. Die kleine Sudan-Gepardin ist acht Wochen alt, mobil und verspielt – ein ermutigendes Signal für ihre weitere Aufzucht und zugleich ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser stark bedrohten Tierart.

Ein schwieriger Start ins Leben

Normalerweise bringen Geparden drei bis fünf Jungtiere zur Welt. Einzelgeburten sind selten – und bergen das Risiko, dass der Milchfluss der Mutter versiegt oder das Jungtier instinktiv vernachlässigt wird. So musste das Landauer Team von Beginn an eingreifen und entschied sich nach Rücksprache mit internationalen Fachleuten für eine Flaschenaufzucht. Seitdem kümmerten sich Zoodirektor und Tierarzt Dr. Jens-Ove Heckel sowie seine Frau, Tierärztin Dr. Judith Heckel, rund um die Uhr um Assama.

Die ersten Wochen waren geprägt von gesundheitlichen Problemen: zunächst Schwierigkeiten bei Futteraufnahme und Verdauung, später unerwartete Störungen der Bewegungsfähigkeit. Intensive tiermedizinische Betreuung und Konsultationen internationaler Experten halfen, die Lage zu stabilisieren. „Wir hoffen sehr, dass sich teils noch sichtbare Probleme in der Beweglichkeit und Koordination ihrer Hinterbeine in den kommenden Wochen bei weiterer intensiver pflegerischer und medizinischer Betreuung auswachsen,“ sagt Jens-Ove Heckel.

Zunehmend mobil und verspielt

Seit rund zwei Wochen verbessert sich der Gesundheitszustand sichtbar. Assama ist neugierig, verspielt und wird nun tagsüber auch von verschiedenen Tierpflegern betreut. Schrittweise soll sie – getrennt und vorsichtig – auch Kontakt zu anderen Geparden aufnehmen. Bürgermeister und Zoodezernent Lukas Hartmann betont: „Mit der Handaufzucht von Assama leistet der Zoo Landau einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser stark bedrohten Tierart. Mein besonderer Dank gilt dem Ehepaar Heckel, das sich in den ersten Wochen mit großem Engagement und unermüdlichem Einsatz um das Jungtier gekümmert hat.“

Beitrag zum Artenschutz

Der Zoo Landau beteiligt sich mit Assama am Europäischen Ex-situ-Programm (EEP) für den Nordöstlichen Geparden, auch Sudan-Gepard genannt (Acinonyx jubatus soemmeringii). Diese Unterart ist laut Weltnaturschutzunion IUCN stark gefährdet, vor allem durch Lebensraumverlust, Bejagung und illegalen Jungtierhandel. In Europa leben derzeit nur 43 Tiere in 16 Zoos. In Deutschland gibt es neben Landau lediglich noch eine ältere Katergruppe im Tierpark Berlin.

Mit Assamas Entwicklung verbindet sich deshalb nicht nur die Hoffnung auf ein gesundes Aufwachsen des Jungtiers, sondern auch auf einen langfristigen Beitrag zum Erhalt dieser seltenen Raubkatzen.

So süß ist Assama

Anzeige
Artenschutz Assama bedrohte Tierarten EAZA Flaschenaufzucht Gepard IUCN Pfalz Sudan-Gepard Zoo Landau

Das könnte Dich auch interessieren

23.09.2026 Nachwuchs im Karlsruher Riffbecken: Junge Schwarzspitzenriffhaie geboren Karlsruhe (pm/dk) - Im Naturkundemuseum Karlsruhe gibt es besonderen Nachwuchs: Die beiden Schwarzspitzenriffhaie Karla und Amadeus sind Eltern geworden. Vier junge Haie kamen Anfang September zur Welt. Laut Museum war zwar eine Trächtigkeit vermutet worden, aufgrund des hohen Alters von Amadeus von 22 Jahren hatte es aber bis zuletzt Zweifel gegeben. Für das Museum ist das gleich aus mehreren Gründen ein besonderer Erfolg. 04.02.2026 Große Freude im Zoo Landau: Dromedarhengst geboren Landau (pm/dk) - Nicht überraschend – aber trotzdem etwas ganz Besonderes: Im Zoo Landau gibt es tierischen Nachwuchs. Am Morgen des 2. Februar hat das Tierpflegeteam ein gesundes Dromedarfohlen entdeckt. Die Geburt verlief ganz ruhig und ohne menschliche Hilfe – und sorgte trotzdem für große Freude. 17.01.2026 Keramik-Eisbär „Urs“ zieht in den Zoo Karlsruhe ein Karlsruhe (pm/dk)- Ein neuer Blickfang im Zoo Karlsruhe: In direkter Nachbarschaft zu den echten Eisbären hat die XXL-Keramikskulptur „Urs“ ihren Platz gefunden. Das Kunstwerk ist Teil des Projekts „Karlsruhe Multiple“, das Kunst und Artenschutz miteinander verbindet. 03.09.2026 Rasante Ausbreitung der Asiatischen Hornissen im Südwesten Südwesten (dpa/svs) - Mit Dampf und Aktivkohle gegen Asiatische Hornissen: Warum die Entfernung von riesigen Nestern teuer ist und viele Hobby-Imker trotzdem nicht aufgeben. Im Südwesten wurden bis Ende August über 2.000 Nester der Asiatischen Hornisse gemeldet – mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.