Ziegen tot und verschwunden – Verdacht auf Wolf in Karlsbad

17. Oktober 2025 , 13:32 Uhr

Karlsbad (dpa/dk) – Vier tote Ziegen, fünf weitere verschwunden – und wieder rückt der Wolf in den Fokus. In Karlsbad (Kreis Karlsruhe) wurden am 16. Oktober gleich mehrere Tiere Opfer eines Angriffs. Ob tatsächlich ein Wolf dahintersteckt, ist bisher unklar. „Ein Wolf als Verursacher bei diesem Vorfall in Karlsbad kann aktuell weder ausgeschlossen noch bestätigt werden“, teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit.

Untersuchungen laufen

Um Gewissheit zu bekommen, werden genetische Abstrichproben im Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik analysiert. Außerdem erfolgen pathologische Untersuchungen am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe. Erst die Ergebnisse sollen Klarheit bringen, ob der Wolf erneut zugeschlagen hat.

Karlsbad liegt im Wolfspräventionsgebiet

Die Gemeinde Karlsbad befindet sich im Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald. In solchen Regionen unterstützt das Land Tierhalter dabei, geeignete Zäune oder Herdenschutzhunde anzuschaffen. Bereits Anfang September war im Schwarzwald der Wolf als Angreifer eindeutig nachgewiesen worden: In Schluchsee (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) waren mehrere Schafe tot aufgefunden worden, fünf Tiere verendeten, weitere mussten aufgrund schwerer Verletzungen getötet werden.

Vier sesshafte Wölfe im Land

Nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg wurden zuletzt vier sesshafte Wölfe im Land nachgewiesen: ein Rüde im Grenzgebiet der Landkreise Schwarzwald-Baar und Tuttlingen, zwei Tiere im Nordschwarzwald und ein Wolf im Südschwarzwald. Ein Rudel gibt es aktuell nicht. Tiere gelten als sesshaft, wenn ihre Spuren mindestens sechs Monate lang nachweisbar sind. In der Vergangenheit war die Zahl höher, einige Wölfe wanderten ab oder wurden überfahren.

Anzeige
Angriff CVUA Karlsruhe Karlsbad Nutztiere Schwarzwald Senckenberg Zentrum Umweltministerium Wolf, Wolfsprävention Ziegen

Das könnte Dich auch interessieren

03.11.2025 Wolfangriff in Karlsbad bestätigt – DNA-Probe bringt Gewissheit Karlsbad (pm/dk) – Der Verdacht hat sich bestätigt: Der Angriff auf mehrere Ziegen in Karlsbad Mitte Oktober geht tatsächlich auf das Konto eines Wolfs zurück. Das teilte das Umweltministerium Baden-Württemberg mit. Eine genetische Untersuchung des Senckenberg Zentrums für Wildtiergenetik habe den Nachweis erbracht – es handelt sich um einen Wolf mit dem Haplotyp HW22. 02.03.2026 Die Zeit läuft - für den Wolf oder für das Land? Stuttgart (dpa/tk) - Der sogenannte Hornisgrinde-Wolf wird bislang erfolglos gejagt – und die Abschussfrist läuft ab. Noch bis 10. März haben die Jäger Zeit. Aber was passiert, wenn das Tier weiterhin nicht gefunden wird? Wie wahrscheinlich ist eine längere Jagd? 28.01.2026 Warum soll der Wolf jetzt erschossen werden? Manche wittern ein Wahlkampfmanöver Baden-Württemberg (dpa/tk) - Der Abschuss von Wölfen ist nur in Ausnahmen erlaubt. Dass das von Grünen-Politikerin Thekla Walker geführte Umweltministerium in Stuttgart ausgerechnet wenige Wochen vor der Landtagswahl am 8. März eine solche Freigabe für den Hornisgrinden-Wolf erteilt hat, könnte zum Politikum werden.  10.03.2026 Umfrage: Mehrheit in Baden-Württemberg begrüßt Wolf und Biber Baden-Württemberg (pm/dk) - Die Rückkehr von Wolf und Biber stößt im Südwesten auf breite Zustimmung. Laut einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag von NABU und BUND befürwortet eine große Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg die Rückkehr der beiden Tierarten.