Zeitfresser Stau: Pendler werden immer stärker ausgebremst

21. Januar 2026 , 04:42 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/tk) – Wer morgens im Auto sitzt, spürt es längst: Staus sind in Baden-Württembergs Ballungsräumen kein Ausnahmezustand mehr, sondern Alltag. Wie stark Autofahrerinnen und Autofahrer besonders in Karlsruhe, Stuttgart und Freiburg ausgebremst werden, zeigt der Verkehrsindex des Karten- und Navigationsspezialisten TomTom.

Begrenzter Straßenraum in Stuttgart trifft auf hohe Nachfrage

Die Verkehrslage in Stuttgart verschärfte sich laut dem Verkehrsindex im vergangenen Jahr erneut. Im Großraum der Landeshauptstadt floss der Verkehr durchschnittlich 37,8 Prozent langsamer als bei freier Fahrt. Das Staulevel lag damit rund vier Prozent höher als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit auf 27,8 Kilometer pro Stunde. Dies deute auf einen zunehmend stockenden Verkehrsablauf hin.

In der Rushhour verbrachten Autofahrerinnen und Autofahrer im Großraum Stuttgart rund 192 Stunden – rund 2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. «Verschärfend wirken dabei die topographischen Gegebenheiten und der begrenzte Straßenraum, die zusätzliche Ausbaumöglichkeiten stark einschränken und steigende Verkehrsströme besonders schnell in Staus übersetzen», heißt es in der Untersuchung.

Begrenzter Raum in Karlsruhe und Freiburg

Auch in Karlsruhe war eine spürbare Verschärfung der Verkehrslage im Jahr 2025 sichtbar. Im Großraum der Stadt lag das durchschnittliche Staulevel bei 23 Prozent und damit rund 12 Prozent höher als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit auf 56,6 Kilometer pro Stunde. Während der Hauptverkehrszeiten verbrachten Autofahrerinnen und Autofahrer im Großraum Karlsruhe 2025 rund 93 Stunden auf den Straßen. Die Zahlen verdeutlichten die Rolle Karlsruhes als Technologie- und Pendlerstandort, in dem regionale und überregionale Verkehrsströme auf ein begrenztes Straßennetz treffen.

Im Großraum Freiburg lag das durchschnittliche Staulevel bei 24,5 Prozent und damit rund 11 Prozent höher als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit auf 54,9 Kilometer pro Stunde. In der Rushhour verbrachten Autofahrerinnen und Autofahrer im Großraum Freiburg im Jahr 2025 ebenso wie Karlsruhe rund 93 Stunden auf den Straßen.

Besserung nicht in Sicht

Für das laufende Jahr machen die Experten wenig Hoffnung. Weniger Homeoffice, längere Pendelwege infolge der Stadtflucht und eine hohe Baustellendichte wirkten gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig. Investitionen in die Infrastruktur seien notwendig und unverzichtbar und entfalteten ihre entlastende Wirkung jedoch erst mittelfristig.

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