Zecken auch im Winter aktiv – So schützt ihr euch

10. Januar 2025 , 06:00 Uhr

Region (ms) – Wintermantel, Schal, Mütze – und Zeckenschutz? Klingt verrückt, aber auch im Januar können die kleinen Blutsauger unterwegs sein. Biologe Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband erklärt, warum diese kleinen Blutsauger auch in der kalten Jahreszeit nicht ausruhen und wie wir uns vor ihnen schützt.

Zecken sind auch bei niedrigen Temperaturen aktiv

„Zecken sind ab etwa acht Grad aktiv“, so Torsten Reinwald. „Wenn es warm genug ist, entwickeln sie ‚Bluthunger‘ und lassen sich von uns abstreifen, wenn wir an ihnen vorbeigehen.“ Ein Irrglaube sei es, dass Zecken nur im Sommer unterwegs sind. Reinwald berichtete, dass er erst kürzlich bei einem Ausflug zur Jagd im hohen Gras eine Zecke auf seiner Hose entdeckte. „Es ist auch im Herbst, und sogar im Winter, möglich, dass Zecken unterwegs sind.“

Wo finden sich Zecken?

Zecken bevorzugen feuchte, schattige Orte, wie hohes Gras, Waldränder und Wiesen – also auch in Parks und Gärten. „Zecken sind keine aktiven Springer“, erklärt Reinwald. „Sie lassen sich eher passiv abstreifen, wenn wir an ihnen vorbeilaufen. Besonders häufig hängen sie bis Hüfthöhe in Gräsern oder Büschen.“

So schützt ihr euch vor Zeckenstichen

Wer durch hohes Gras oder Gestrüpp spaziert, sollte sich gut schützen: „Lange Hosen, Gummistiefel und die Hose in die Socken stecken“, rät Reinwald. Außerdem sollte man auf besonders empfindliche Körperstellen wie Kniekehlen, Achseln oder die Leisten achten, da Zecken gerne an feuchte Stellen krabbeln. Nach dem Spaziergang lohnt es sich, den Körper gründlich abzusuchen.

Gefährliche Krankheiten durch Zecken

Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen. „In Deutschland sind Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) besonders gefährlich“, so Reinwald. Während Borreliose durch Bakterien ausgelöst wird und mit Antibiotika behandelt werden kann, ist FSME deutlich gefährlicher. Diese Viruskrankheit kann das Gehirn und Rückenmark befallen und zu Lähmungserscheinungen führen.

Schutz vor Borreliose und FSME

„Gegen Borreliose gibt es keine Impfung“, erklärt Reinwald. „Wenn nach einem Zeckenstich eine Rötung um die Einstichstelle auftritt, sollte man unbedingt zum Arzt gehen.“ Für FSME hingegen gibt es eine Schutzimpfung. Wer in einem Risikogebiet lebt, sollte sich impfen lassen, um sich effektiv zu schützen.

Auch Hunde sind gefährdet

Zecken sind nicht nur für Menschen gefährlich, sondern auch für Hunde. Besonders die Auwaldzecke, die aus dem Süden Europas kommt, stellt eine Bedrohung dar. Sie überträgt die Hunde-Malaria, auch Babesiose genannt, die unbehandelt zum Tod führen kann. „Nach dem Spaziergang sollte man den Hund gründlich absuchen“, rät Reinwald. „Es gibt auch spezielle Halsbänder und Tabletten, die Zecken abwehren.“

Schutzmaßnahmen für Hunde

Neben dem Absuchen des Hundes nach dem Spaziergang gibt es auch präventive Mittel, die helfen, Zeckenbefall zu vermeiden. „Halsbänder, Tinkturen und Tabletten können verhindern, dass Zecken überhaupt auf das Fell gelangen“, erklärt Reinwald.

Anzeige
Borreliose Deutscher Jagdverband FSME Zecken bei Hunden Zecken Herbst Winter Zecken im Herbst Zecken Impfung Zecken vermeiden Zeckenschutz Hunde Zeckenstich Schutz

Das könnte Dich auch interessieren

21.04.2026 Zecken - Überlebenskünstler mit Risikofaktor Baden-Württemberg (dpa/tk) - Zecken sind nicht nur lästige Blutsauger, ihr Stich kann uns auch krank machen. Jetzt im Frühjahr sind sie besonders aktiv. Beim Picknick im Park, bei der Gartenarbeit oder beim Waldspaziergang kann man sich schnell eine Zecke einfangen. Wie Ihr euch davor schützen könnt und sonst noch über die kleinen Spinnentiere wissen solltet: 04.03.2026 Erste FSME-Infektion im Südwesten – Zecken schon aktiv Baden-Württemberg (dpa/dk) - In Baden-Württemberg ist der erste Fall, der durch Zecken übertragenen Krankheit FSME, in diesem Jahr gemeldet worden. Betroffen ist laut Landesgesundheitsamt ein Patient aus dem Ostalbkreis. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) rief angesichts des frühen Saisonstarts erneut zur Impfung auf. 22.09.2026 Mietpreisbremse in Baden-Württemberg soll verlängert werden – mehr Städte wieder dabei Südwesten (dpa/svs) - Die Mietpreisbremse in Baden-Württemberg soll auch nach Ende 2026 weiter gelten. Gleichzeitig sollen wieder mehr Städte unter die Regelung fallen. Dazu gehören unter anderem Mannheim, Konstanz und Kehl. «Unser Ziel ist eine Mietpreisbremse, die dort wirken kann, wo der örtliche Wohnungsmarkt und die Mieterinnen und Mieter sie benötigen», sagt Wohnungsbauministerin Theresa Schopper. 22.09.2026 Lkw-Unfall auf der A5 sorgt für Stau auf allen Ausweichstrecken Bruchsal (er24/tk) - Ein Lastwagen kracht beim Rastplatz Kreuzlach in einem parkenden Sattelzug. Der Auflieger wird komplett aufgerissen, das Fahrerhaus zerfetzt. Trümmerteile und auslaufender Diesel verteilen sich auf der Fahrbahn und verursachen ein Stauchaos im morgendlichen Berufsverkehr.