Wissenschaftler aus Karlsruhe verbessern Windel-Recycling

26. September 2023 , 16:33 Uhr

Karlsruhe (dpa/dk) – Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) konnten eine neue Möglichkeit zum Recycling von Windeln erforschen. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass sich diese durch ein Verfahren mit UV-Licht günstiger, einfacher und umweltschonender recyclen lassen.

Das Experiment:

Sogenannte Superabsorber aus Windeln, Binden und Verbandsmaterial können nach Erkenntnissen von Karlsruher Forschern mit Hilfe von UV-Strahlen schneller und umweltschonender recycelt werden. Das Team des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) belichtete feuchte Saugeinlagen mit einer 1000-Watt-Lampe. Schon nach fünf Minuten wurde das Material nach Angaben vom Dienstag flüssig und tropfte in einen Behälter. «Somit ist dieses Verfahren mit UV-Licht etwa 200-mal schneller als mit Säuren», sagte Prof. Pavel Levkin vom Institut für Biologische und Chemische Systeme.

Recycling mit Säure aufwendig und teuer

Superabsorber sind demnach spezielle vernetzte Polymere, die weder im Wasser gelöst noch eingeschmolzen werden können. Bei 80 Grad könnten Säuren sie nach etwa 16 Stunden zersetzen und Recyceln ermöglichen. «Das Verfahren ist aber aufwendig und teuer, die Wiederverwendung von Superabsorbern daher selten», hieß es. Allein in Deutschland würden daher im Jahr mehr als 100 000 Tonnen Einmalwindeln weggeworfen.

Warum klappt das mit UV-Licht besser?

UV-Licht breche hingegen die Ketten, welche die Polymere miteinander verbinden. Diese seien dann so lose, dass sie im Wasser schwimmen und zu Flüssigfasern werden. Das Team verarbeitete die Rohchemikalie zu neuen Kleb- und Farbstoffen weiter. «Wichtig war die Beobachtung, dass die Substanz löslich und verarbeitbar ist», erklärte Levkin laut Mitteilung. «Daraus kann man sicherlich noch viel mehr machen.»

Auch gut gegen Umweltverschmutzung

Außerdem könne man das Verfahren mit Solarstrom kostenneutral und ökologisch optimieren, hieß es: «Das könnte die Umweltverschmutzung signifikant reduzieren und zu einem nachhaltigeren Umgang mit Polymeren beitragen.» Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachjournal «ACS – Applied Materials and Surfaces» veröffentlicht.

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