Wilhelma Stuttgart: Familienzuwachs bei Schneeeulen

17. August 2022 , 15:35 Uhr

Stuttgart (pm/mt) – Familienzuwachs bei den Schneeulen: In der Wilhelma Stuttgart sind nach 14 Jahren Pause drei Küken geschlüpft. Da in Stuttgart selten Schnee liegt, sind ihre Artgenoosen in der Voliere immer leicht zu entdecken – im Gegensatz zu den anderen meist braun gefärbten Greifvögeln, wie ihre Nachbarn: die Seeadler und Uhus.

Nachwuchs bisher unbemerkt geblieben

Der Mitte Juli geschlüpfte Nachwuchs ist von den Gästen bisher weitgehend unbemerkt. Erst mit vier Wochen sind die Küken jetzt so eigenständig unterwegs, dass sie einzeln gut auszumachen ist. Anfangs nahm die Eulenmutter „Snow“ das Trio unter ihre Fittiche. Sie blieb ständig bei ihrer Brut, wärmte sie in der Nestmulde und schirmte sie vor Blicken ab. Zur Tarnung zieren dabei das weiße Gefieder der Bodenbrüterin viele schwarzbraune Bänder, damit sie zwischen Zweigen, Blättern und Erde weniger auffällt. Das Männchen „Olaf“ trägt dagegen als Versorger, der in normalerweise arktischer Umgebung auf Beutefang geht, ein fast schneeweißes Kleid mit wenigen dunklen Einsprengseln. In ihren Brutgebieten, die nördlich der Baumgrenze größtenteils in Alaska, Kanada, Grönland, Skandinavien und Russland liegen, jagen sie vor allem Lemminge und Schneehasen.

Bisher aus Eiern nichts geworden

Wie viele Eier ein Gelege enthält, hängt von der Verfügbarkeit von Futter ab. In der Wilhelma mangelt es nicht an Nahrung, so dass Snow, die 2009 aus dem Erlebniszoo Hannover nach Stuttgart wechselte, auch in den Vorjahren schon öfter Eier gelegt hatte, aus denen aber nie etwas wurde. Daher stand Olaf, der 2015 aus dem Zoo Hoyerswerda hinzukam, im Verdacht, die Eier nicht befruchtet zu haben. Die Befürchtung, dass er dazu gar nicht fähig sein könnte, ist nun ausgeräumt, da nach rund einem Monat aus drei von fünf Eiern Küken schlüpften. Befördert hat dies möglicherweise, dass die Schneeeulen im Jahr 2020 in eine Voliere umziehen konnten, die größer und schattiger ist und speziell für sie aufgemöbelt wurde, zum Beispiel mit Baumstümpfen als Sitzgelegenheiten.

Daunenkleid ist aschgrau

Wer nach den Küken Ausschau hält, darf nicht nach weißen Schwingen gucken. Ihr kurzes Daunenkleid ist jetzt aschgrau. Zwar wagen sich die Nesthocker mittlerweile von ihrer Mutter fort, doch sind die drei noch flugunfähigen Küken dabei etwas unbeholfen zu Fuß unterwegs. Wenn sie sich von der Anstrengung ausruhen, sitzen sie wie kleine Flauschkegel scheinbar ohne Flügel bewegungslos da oder schlafen auf dem Bauch ein und legen dabei den Kopf flach auf dem Boden ab, in der Hoffnung nicht von Feinden entdeckt zu werden. Manche Wilhelma-Gäste, die sie so gesichtet hatten, befürchteten deshalb, die müden Küken seien bereits endgültig entschlafen. Doch dann verrät die Jungvögel meist der charakteristische Augenaufschlag der Schneeeulen: Den markant durchdringenden Blick ihrer bernsteinfarbenen Iris zeichnen die Kleinen schon aus wie ihre Eltern.

Anzeige
Küken Schneeeulen Stuttgart Wilhelma Zoo

Das könnte Dich auch interessieren

26.05.2025 Karlsruher Zoodirektor Reinschmidt zieht Hyazinth-Ara per Hand auf Karlsruhe (dpa) - Da sitzt das Papageienküken in seiner flaumigen Verletzlichkeit: Ein winziger Hyazinth-Ara kuschelt sich in Hand des Karlsruher Zoodirektors Matthias Reinschmidt. 12.02.2026 Feuerwehr muss Eisbären im Karlsruher Zoo retten Karlsruhe (er24/pm/tk) - Großeinsatz heute morgen im Zoo: Das Tauchbecken im Eisbärengehege lief über Nacht fast leer. Mika und Nuka kamen von allein nicht mehr raus.  10.02.2026 Wieder Warnstreiks im öffentlichen Dienst - aber kein ÖPNV betroffen Karlsruhe (pm/tk) - Unmittelbar vor der dritten und letzten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst der Länder ruft die Gewerkschaft Verdi im Südwesten zu weiteren Warnstreiks auf. Aber keine Sorge, im Gegensatz zu letzter Woche bleibt der ÖPNV diesmal verschont. Unter anderem wird es am Dienstag am KIT, dem Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Zentrum für Psychiatrie in Calw Streiks geben. 11.09.2025 Smart City Index 2025 - Stuttgart rückt in die Spitze, Karlsruhe stürzt ab Berlin (pm/tk) - Wie digitalisiert sind die deutschen Großstädte? Dieser Frage geht jeden Jahr der IT-Verband Bitkom mit dem Smart City Index nach. In der aktuellen Rangliste landet Stuttgart auf dem Siegertreppchen. Karlsruhe hingegen verliert Plätze.