Wie kommen Schulreformen an? Kretschmann besucht Grundschule

17. Januar 2025 , 04:33 Uhr
Stuttgart (dpa/tk) – Die Schulreformen von Grün-Schwarz betreffen jede Schulart. Vor Ort will sich die Politik nun informieren, was die Betroffenen zu den Plänen sagen. Ministerpräsident Kretschmann – selbst ehemaliger Gymnasiallehrer – und Kultusministerin Schopper starten ihre „Bildungsreise“ an einer Grundschule.

Kretschmann drückt die Schulbank

Wie sehen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern die geplanten Bildungsreformen der Landesregierung? Das wollen Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Theresa Schopper (beide Grüne) aus erster Hand erfahren. Dafür besuchen sie heute die Pragschule in Stuttgart. An der Grundschule wollen die Politiker vor allem über die geplante neue Sprachförderung und Demokratiebildung sprechen. Ein Gymnasium und eine Realschule wollen die beiden Politiker im Februar besuchen.

Neuregelung der Grundschulempfehlung

Thema könnte vor allem im Gespräch mit den Eltern auch die Neuregelung der Grundschulempfehlung werden, die bei den derzeitigen Viertklässlern zum ersten Mal greifen soll. Sie ist Teil des neuen Schulgesetzes, das der Landtag Ende Januar verabschieden will, und soll künftig aus drei Komponenten bestehen: Lehrerempfehlung, Leistungstest und Elternwunsch. Bislang konnten allein die Eltern entscheiden, auf welche weiterführende Schule ihr Kind nach dem Ende der Grundschulzeit gehen soll.

Streitthema Leistungstests

An dem Ende des Jahres erstmals verpflichtend durchgeführten Leistungstest «Kompass 4» gibt es allerdings massive Kritik mit Blick auf die Fragen im Bereich Mathematik. Diese seien zu schwierig gewesen, kritisierte etwa die Lehrergewerkschaft GEW. Auch Kultusministerin Schopper und Ministerpräsident Kretschmann hatten dieser Einschätzung zugestimmt und eine Überarbeitung der Fragen für das kommende Schuljahr angekündigt.

Strittig ist noch, wie mit den Ergebnissen in diesem Jahr umgegangen werden soll. Der Landeselternbeirat fordert aus Gründen der Chancengleichheit in diesem Jahr eine Ausnahmeregelung. «Man kann nicht ein System aus Chancen und Schranken bauen und dann einem ganzen Jahrgang die Chance vorenthalten, die Schranke aber bestehen lassen», sagte der Vorsitzende Sebastian Kölsch.
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