Weniger Diebstahl und weniger Tankbetrug im Südwesten

13. Januar 2025 , 04:54 Uhr

Stuttgart (dpa/tk) – Wie wirkt sich die wirtschaftliche Lage im Land auf die Kriminalität aus? Das Ergebnis überrascht!

Weniger Ladendiebe, mehr Schwarzfahrer

Ladendiebstähle und Betrügereien an Tankstellen gehen nach einem deutlichen Anstieg in den vergangenen Jahren in Baden-Württemberg wieder zurück. Für das Jahr 2024 zeichne sich ein Rückgang der Fallzahlen in den Bereichen ab, teilte das Innenministerium mit. Das Ministerium betonte, dass die Entwicklung mit der Inflation zu tun haben könnte, ebenso wie mit den zeitweise deutlich erhöhten Spritpreisen an Tankstellen. Beim Schwarzfahren hingegen sei mit einem Anstieg der Fallzahlen zu rechnen.

«Folge einer anfänglichen Ressourcenmangellage»

Das Ministerium spricht von einer «Folge einer anfänglichen Ressourcenmangellage». Aber sowohl die hohe Inflation als auch der starke Anstieg der Energiepreise seien im Jahr 2024 rückläufig gewesen. «Das wirkt sich offenbar auch auf die Kriminalitätslage aus.»

Die Zahl der Ladendiebstahls-Fälle stieg im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 47.052 Fälle. Gestohlen wurden dabei vor allem Kosmetik, Lebensmittel, Alkoholika, Hygieneartikel und Kleidung. Tankbetrügereien nahmen in dem Jahr auch um knapp 24 Prozent zu auf 10.625 Fälle. Und die erfassten Delikte im Bereich «Erschleichen von Leistungen» stiegen sogar um 29 Prozent auf 22.480 Fälle – dabei geht es vor allem ums Schwarzfahren.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) lasse jedoch, so das Ministerium, keine Auswertung «hinsichtlich der Tatmotivation oder der wirtschaftlichen Situation der Tatverdächtigen» zu. «Eine etwaige Kausalität zwischen wirtschaftlichen Aspekten oder den pekuniären Verhältnissen eines Täters/einer Täterin und einer in der PKS registrierten Straftat lässt sich auf dieser Grundlage nicht ableiten.»

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