Pforzheim (pm/svs) – Entwarnung in Pforzheim. Die Weltkriegsbombe in der Pforzheimer Oststadt konnte erfolgreich entschärft werden. Zehntausende Anwohner mussten zuvor ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Rund 900 Menschen waren seit Sonntagmorgen in den Notunterkünften der Stadt untergekommen. Sie können jetzt wieder in ihre Häuser zurückkehren.
Um 7 Uhr haben die ersten Anwohner ihre Häuser verlassen, erst um ca. 14:20 Uhr konnte die Evakuierung vollständig abgeschlossen und mit der Entschärfung begonnen werden. Dann ging es doch sehr schnell: Um 15:04 Uhr kam die erleichternde Nachricht: Die Weltkriegsbombe in Pforzheim konnte erfolgreich entschärft werden. Grund für die lange Wartezeit zuvor war offenbar, dass die Polizei noch Menschen im Evakuierungsbereich entdeckt hat, die den Anweisungen nicht gefolgt waren.
Gegen 14.30 Uhr hatte sich ein Team von fünf Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes an die Arbeit gemacht, um die Bombe vom Typ HC-4000 unschädlich zu machen. Solche Bomben, es handelt sich dabei nach Worten des Einsatzleiters um englische Luftminen, gehören zu den größten im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Sprengkörpern. Die reine Explosivstoffmasse des am vergangenen Mittwoch entdeckten Blindgängers betrug demnach rund 1,35 Tonnen.
Rund 1.500 Kräfte unter anderem von Polizei, Feuerwehr und DRK waren bei der Bombenentschärfung in Pforzheim dabei.
Insgesamt waren 280 Einsatzkräfte des DRK im Einsatz. Außerdem kamen noch Kräfte von ASB, Malteser, Johanniter, DLRG und von privaten Organisationen dazu. Insgesamt warn von der weißen Fraktion (sanitäts- und betreuungsdienstliche Hilfsorganisationen) 620 Kräfte im Einsatz.
Oberbürgermeister Peter Boch und Bürgermeister Tobias Volle, die während des Großeinsatzes am heutigen Sonntag vor Ort in der Hauptfeuerwache war, dankten im Nachgang allen beteiligten Einsatzkräften ausdrücklich für ihren Einsatz: „Die erfolgreiche Entschärfung der Weltkriegsbombe zeigt eindrucksvoll, wie professionell und engagiert alle beteiligten Organisationen zusammengearbeitet haben.
Unser ausdrücklicher Dank gilt den Einsatzkräften, den vielen Helferinnen und Helfern sowie allen Bürgerinnen und Bürgern, die die notwendigen Maßnahmen mit Verständnis unterstützt und den Anweisungen Folge geleistet haben. Nur durch dieses gemeinsame und verantwortungsvolle Handeln konnten die Evakuierung und Entschärfung sicher und reibungslos durchgeführt werden.“
Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer betonte: „Ein Einsatz dieser Größenordnung ist nur möglich, wenn alle Organisationen eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Mein besonderer Dank gilt den Einsatzkräften, die seit den frühen Morgenstunden mit höchster Professionalität im Einsatz waren, sowie der Bevölkerung für ihre große Disziplin und Unterstützung während der Evakuierung.“
In der Pforzheimer Oststadt war am Mittwoch eine 1,8-Tonnen-Bombe entdeckt worden. Rund 30.000 Menschen mussten daher am Sonntag bis 8.00 Uhr den Sperrradius um die Fundstelle verlassen. Rund 9000 von ihnen sind in den beiden Notunterkünften, der Pforzheimer Jahnhalle und der Ludwig-Erhard-Halle, untergekommen.
Die reine Explosivstoffmasse der Bombe beträgt rund 1,35 Tonnen. Betroffen war ein Radius von 1,5 Kilometern rund um die Fundstelle an der Ecke Dammstraße/Stückelhäldenstraße. Die Bombe vom Typ HC-4000 wurde den Angaben der Stadt zufolge bei Bauarbeiten am Quartierspark in der Oststadt gefunden.
Die Weltkriegsbombe konnte erfolgreich entschärft werden. Die Menschen können wieder in ihre Häuser zurückkehren
Die Räumung des 1,5 Kilometer-Radius ist nun vollzogen. Ein Team von fünf Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes beginnt nun mit der Entschärfung der Weltkriegsbombe. Wie lange die eigentliche Entschärfung der Bombe nun dauert, ist offen, wie der Stadtsprecher sagte.
Die Polizei überfliegt noch einmal aus Sicherheitsgründen das Gebiet.
Die Evakuierung der Bevölkerung aus dem 1,5 Kilometer-Radius ist zu 80 Prozent abgeschlossen. Die Seniorenresidenz Goldene Pforte als letztes der zu evakuierenden Alten- und Pflegeheime im Radius ist ebenfalls weitestgehend abgeschlossen.
Jahnhalle: voll belegt | Ludwig-Erhard-Halle: 50 Prozent belegt | DRK-Transporte sind noch nicht abgeschlossen | Es laufen Kontrollen an den Haustüren durch die Einsatzkräfte
Alle Maßnahmen laufen und werden ständig neu bewertet. Die Einsatzkräfte arbeiten Hand in Hand, um die Lage bestmöglich zu bewältigen.
Das Polizeipräsidium informiert: Vereinzelt möchten Personen den Evakuierungsbereich nicht verlassen. Nochmal der Appell: Bitte verlassen Sie die Evakuierungszone. Sie verzögern den Start der Entschärfung und somit die gesamte Maßnahme.
Die Royal Air Force hatte Pforzheim im Zweiten Weltkrieg bombardiert. Am 23. Februar 1945 wurde die Stadt innerhalb von nur 22 Minuten weitgehend in Schutt und Asche gelegt, rund 18.000 Menschen starben.
Alljährlich findet am Jahrestag ein traditionelles Gedenken auf dem Hauptfriedhof statt. Während der 22 Minuten des Angriffs läuten ab 19.50 Uhr alle Kirchenglocken der Stadt.