Südwesten (dpa/svs) – Plötzlich schrillt das Smartphone, Warn-Apps melden sich und mancherorts heulen die Sirenen: Am Donnerstag, 10. September, ist bundesweiter Warntag. Ab 11 Uhr werden die Warnsysteme in ganz Deutschland getestet. In diesem Jahr gibt es dabei auch eine Neuerung für Handys.
Die Probewarnung beginnt am Donnerstag um 11 Uhr. Um 11.45 Uhr soll die Entwarnung folgen.
Getestet wird, wie gut die verschiedenen Warnsysteme in Deutschland funktionieren und ob die Bevölkerung im Ernstfall schnell erreicht werden kann.
Der Bund verschickt einen Warntext über das zentrale Modulare Warnsystem, kurz MoWaS. Dabei kommen gleich mehrere Warnwege zum Einsatz.
Dazu gehören unter anderem:
MoWaS ist satellitengestützt und funktioniert auch dann, wenn normale Kommunikationsnetze überlastet sind.
In diesem Jahr gibt es beim Warntag eine Neuerung. Erstmals kann auch die Entwarnung per Cell Broadcast direkt auf Smartphones geschickt werden. Die Funktion wurde Ende November 2025 eingeführt. Die Entwarnung wird mit der niedrigsten Warnstufe 3 ausgespielt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt deshalb, diese Warnstufe auf dem Smartphone zu aktivieren.
Mit Cell Broadcast können Warnmeldungen direkt an Handys und Smartphones in einem bestimmten Gebiet geschickt werden. Eine zusätzliche App ist dafür nicht notwendig. Die Nachrichten werden über die jeweiligen Mobilfunkzellen ausgesendet und erreichen alle empfangsbereiten Geräte in diesem Bereich. Eine Registrierung ist ebenfalls nicht nötig. Nach Angaben des BBK werden dabei keine personenbezogenen Daten erhoben oder verarbeitet.
Grundsätzlich können neuere Geräte mit Android 11 oder neuer beziehungsweise iOS 16.1 oder neuer Cell-Broadcast-Warnungen empfangen. Das Smartphone muss dafür eingeschaltet sein und darf sich nicht im Flugmodus befinden. Auch wenn das Handy stummgeschaltet ist, kann bei einer Warnung ein lauter Signalton ertönen. Das BBK weist allerdings darauf hin, dass sich nicht für jedes einzelne Gerätemodell eine allgemeingültige Aussage treffen lässt.
Nein. Nicht jede Kommune beteiligt sich beim Warntag mit eigenen Sirenen oder Lautsprecherwagen.
Ob die Sirenen am 10. September ausgelöst werden, hängt deshalb von der jeweiligen Kommune und den Gegebenheiten vor Ort ab. Eine stumme Sirene bedeutet also nicht automatisch, dass der gesamte Warntag dort nicht funktioniert hat.
In Karlsruhe und Pforzheim sollen die Sirenen beispielsweise zu hören sein. In Stuttgart bleibt es dagegen still, weil die Landeshauptstadt keine stationären Sirenen mehr besitzt.
Ein auf- und abschwellender Heulton steht für Alarm. Im Ernstfall bedeutet das: „Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten“. Ein einminütiger Dauerton signalisiert die Entwarnung und damit beim Warntag das Ende des Probealarms.
Der Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen. Dabei sollen die technischen Systeme einem Stresstest unterzogen und mögliche Schwachstellen gefunden werden.
Gleichzeitig sollen die Menschen die unterschiedlichen Warnwege kennenlernen, damit sie im Ernstfall wissen, wie eine Warnung aussieht oder klingt und wo sie weitere Informationen bekommen.