Baden-Württemberg (dk) – Die Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg nimmt weiter zu – und das nicht nur punktuell, sondern flächendeckend. Grund dafür ist laut Peter Hauk, Minister für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, vor allem der Klimawandel: „Wir haben immer trockenere Sommer […]. Und das führt natürlich dazu, dass die Brandgefahr deutlich zunimmt.“
Neben der steigenden Hitze stellt sich laut Minister Hauk auch die Grundwassersituation im Land zunehmend problematisch dar. „Wir haben jetzt schon wieder eine Situation wie 2019“, so Hauk. Dadurch seien die Bäume geschwächt, „weil sie einfach nicht mehr genügend Saftfluss haben und damit auch anfälliger“ seien.
Das Land warnt alle Waldbesucherinnen und -besucher zur Vorsicht. „Es herrscht striktes Rauchverbot im Wald“, betont Hauk. Zudem seien Grillstellen, wildes Grillen und alles, „was Funken macht“, zu vermeiden. Auch das Abstellen von Autos mit heißem Katalysator am Waldrand könne gefährlich werden, da sich trockene Gräser leicht entzünden können.
Positiv sei laut Minister Hauk, dass dank moderner Technik viele Brände heute schneller entdeckt werden. „2005 wurden Smartphones eingeführt […] die erlauben im Prinzip eine direkte Ortung.“ Dadurch sei auch die Alarmierungskette viel schneller. Dank dieser Entwicklung seien die Brandflächen im Durchschnitt sogar zurückgegangen – auch wenn die Zahl der Brände insgesamt zunehme.
Während Baden-Württemberg insgesamt nicht zu den am stärksten betroffenen Regionen zählt, gilt der Oberrheingraben als besonders gefährdet. „Es ist die heißeste Region in Baden-Württemberg mit den höchsten Temperaturen und der geringsten Wasserspeicherfähigkeit der Böden“, so Hauk. Der hohe Anteil an Kiefern verstärke die Gefahr zusätzlich. Dennoch relativiert Hauk: „Unsere Kiefernbestände [sind] viel durchmischt mit Laubholz […] dadurch ist das Brandrisiko […] abgesenkt.“
Um das Risiko weiter zu senken, setzt das Land auf enge Kooperation zwischen Forst und Feuerwehr: „Wir machen regelmäßig Waldbrandübungen mit den Feuerwehren, mit dem Technischen Hilfswerk, mit dem DRK.“ Ein Ziel sei es auch, die Wälder umzubauen: „Wir bauen die Wälder sukzessive zu brandresilienteren Mischwäldern um.“
Zusätzlich seien einfache, aber effektive Mittel im Einsatz – etwa Feuerklatschen, mit denen Waldarbeiter bei erster Sichtung kleinere Brände sofort bekämpfen können: „Bevor die Feuerwehr-Einsatzkräfte noch da sind.“
Minister Hauk ruft Waldbesucherinnen und -besucher zum umsichtigen Verhalten auf – auch wenn es Einschränkungen geben kann: „Wenn es zu warm ist und die Waldbrandgefahr hoch ist, dann gibt es halt ein Grillverbot.“ Letztlich gehe es darum, die Wälder zu schützen: „Der Klimawandel ist da. Den kann man einfach nicht wegleugnen. Und da muss man sich halt versuchen, adäquat zu verhalten.“