Wald im Südwesten leicht erholt - aber keine Entwarnung

14. November 2024 , 04:18 Uhr

Weniger geschädigte Bäume

Hitze, Schädlinge und Umweltschäden haben dem baden-württembergischen Wald zwar auch in diesem Jahr deutlich zugesetzt. Beim Blick auf den Zustand der Bäume zeigen sich aber auch Zeichen für eine Art Verschnaufpause. Nach Angaben des Forstministeriums ist der Anteil deutlich geschädigter Waldbäume seit dem vergangenen Jahr um vier Prozent zurückgegangen. Forstminister Peter Hauk (CDU) warnte jedoch mit Blick auf den neuen Waldzustandsbericht vor allzu viel Zuversicht angesichts der jüngsten Ergebnisse. «Der Anteil bleibt mit 40 Prozent immer noch auf einem besorgniserregend hohen Niveau», sagte er.

Minister stellt Waldzustandsbericht vor

Details über den aktuellen Zustand der Baumarten und ihrer Kronen sowie Möglichkeiten für neue und stärkere Pflanzungen gehen aus dem neuen Lagebericht hervor, den Hauk heute (9.30 Uhr) in Stuttgart vorstellen wird.

Der Minister, selbst ausgebildeter Forstwirt, hatte bereits im vergangenen Jahr vor allzu viel Optimismus gewarnt. Es seien nach wie vor 44 Prozent der Waldfläche im Land deutlich geschädigt, der Anteil sei nur leicht zurückgegangen, hatte er mit Blick auf die Statistiken damals schon gesagt. Das Schadensniveau sei trotz der leichten Entspannung auf einem deutlich höheren Schadniveau als in den 1980er und 1990er Jahren.

Borkenkäfer und Extremwetterjahre setzen Bäumen zu

Die stark leidenden Baumarten Fichte und Buche machen zusammen deutlich mehr als die Hälfte der Waldfläche in Baden-Württemberg aus. Den Fichten setzen die Borkenkäfer stark zu und die Buchen verlieren enorm viele Blätter als verzögerte Auswirkungen der jüngsten Extremwetterjahre.

Bei der Erhebung des Waldzustands wird die Kronenverlichtung, also der Verlust von Blättern oder Nadeln, als Maß für den Gesundheitszustand der Bäume aufgenommen. Dazu wurden nach Angaben des Forstministeriums im Sommer auf einem systematisch angelegten Stichprobennetz Tausende Bäume untersucht, darunter Buchen, Eschen und Bergahorn, Fichten, Kiefern, Tannen und Douglasien.

Anzeige
Baden-Württemberg Bäume Borkenkäfer Dürre Erholung, Forstminister, Hitze Klima Peter Hauk Schädlinge Wald Waldzustandsbericht

Das könnte Dich auch interessieren

24.08.2026 Neue Bäume trotzen dem Extremsommer - Waldumbau zeigt Wirkung Baden-Württemberg (dpa/tk) - Klimaanpassungsfähige Baumarten wie Elsbeere und Hainbuche kommen mit der Trockenheit besser zurecht. Was das für die Zukunft unserer Wälder bedeutet. 09.07.2026 Die nächste Hitzewelle wird erwartet - der Gesundheitsminister richtet Taskforce ein Stuttgart (dpa/tk) - In Baden-Württemberg werden wieder 30 Grad und mehr erwartet. Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand hat angesichts hoher Temperaturen eine Taskforce Hitzeschutz ins Leben gerufen, um die zahlreichen bereits bestehenden Hitzeschutz-Aktivitäten im Land enger zu vernetzen und gezielt auszubauen sowie die Bevölkerung besser über Hitzeschutzmaßnahmen zu informieren. 19.08.2026 Borkenkäfer im Kreis Freudenstadt: Hitze und Trockenheit sorgen für späte Hochphase Freudenstadt (pm/ms) - Hitze und Trockenheit setzen den Wäldern im Kreis Freudenstadt weiter zu. Gleichzeitig breiten sich Borkenkäfer an Fichten und Tannen noch einmal verstärkt aus. Das Kreisforstamt ruft Privatwaldbesitzende deshalb dazu auf, ihre Bestände weiterhin intensiv zu kontrollieren und befallene Bäume schnell aufzuarbeiten. 10.08.2026 Kaum Pilze momentan – Sammler hoffen auf Regen Karlsruhe (dpa/tk) - Die anhaltende Hitze und Trockenheit im Südwesten macht auch den Pilzen zu schaffen. Was das für Pilzsammler bedeutet und worauf man nun hoffen muss.