Volles Programm – auch ohne Schloss! Badisches Landesmuseum stellt Projekte 2026 vor

02. März 2026 , 16:31 Uhr

Karlsruhe (pm/tk) – Während das Karlsruher Schloss für die Generalsanierung vorbereitet wird, bietet das Badische Landesmuseum an anderen Standorten ein umfangreiches Programm: In Baden-Baden startet in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle die Sonderausstellung „Bloom up! Die Sprache der Blumen“. Und im neuen Open Space im Museum beim
Markt werden abwechslungsreiche Erlebnisse geboten.

Vorwegmaßnahme im Schloss

Hinter den Mauern des Karlsruher Schlosses nimmt derzeit eine logistische Großoperation Fahrt auf: die Vorwegmaßnahme zur Generalsanierung. In den Bereichen Thronsaal, Kunst- und Wunderkammer sowie „Karlsruher Türkenbeute“ läuft das systematische Verpacken der Objekte in den mittlerweile eingerichteten Arbeitsstraßen wie am Fließband: Jedes Exponat wird vom Kuratoren- und Restaurierungsteam gemeinsam auf erforderliche Maßnahmen hin begutachtet, dokumentiert, fotografiert sowie hinsichtlich seiner Maße mit vorhandenen Daten abgeglichen. Der Technische Dienst fertigt derzeit rund 600 maßgeschneiderte Transportkisten an. Jede Kiste erhält für die Standortverwaltung ein Etikett und einen digitalen Code, sodass die genaue Position jederzeit nachvollziehbar bleibt.

Für das gesamte Haus ist die Vorwegmaßnahme ein komplexes Gemeinschaftsprojekt. „Auch wir erleben eine Sanierung zum ersten Mal“, erläutert Direktor Prof. Dr. Eckart Köhne. „Da werden der Thronbaldachin eingerollt, oder Spezialkräne für Großobjekte wie das Mithras-Relief organisiert. Vieles bleibt Außenstehenden verborgen: In der großherzoglichen Waffenkammer etwa waren Abstimmungen und Vor-Ort-Termine mit Genehmigungsbehörden nötig, da bei der Bewegung unserer 124 historischen Gewehre waffenrechtliche Vorgaben gelten. Jede Sammlungsgruppe stellt eigene Anforderungen und jede Maßnahme hat ihren eigenen organisatorischen Lösungsweg.“

Blick nach Baden-Baden

Während im Schloss die Vorbereitungen für die Sanierung anlaufen, öffnet sich zeitgleich in Baden-Baden ein neues Kapitel der Museumsarbeit: Gemeinsam mit der Staatlichen Kunsthalle entsteht dort ab 13. Juni 2026 mit der Ausstellung „Bloom up! Die Sprache der Blumen“ das erste große Kooperationsprojekt beider Häuser. „Blumen sprechen zu den Menschen – und Menschen sprechen durch sie.“ Unter diesem poetischen Gedanken vereint die Schau zeitgenössische Positionen von Künstlerinnen und Künstlern wie Taryn Simon, Willem de Rooij oder Jonas Mekas mit kulturhistorischen Schätzen aus Karlsruhe – von seidengestickten Textilien über griechische Vasen bis zu prachtvollen Glasgemälden des ausgehenden Mittelalters.

„Bloom up!“ widmet sich der Blume als universelles Symbol: als abstrakte Rosette, Machtzeichen, Liebeserklärung oder Zeichen des Widerstands. Ein filmisches Requiem trifft auf ein Mosaik der Verkündigung, ein opulentes Bouquet kontrastiert mit Schwarzwaldfotografie, und eine mittelalterliche Pietà mit revolutionären Tulpen der georgischen Künstlerin Ketuta Alexi- Meskhishvili.

Letztere gestaltet auch die erste Curtain Commission #1 – eine neue künstlerische Installation, die bereits den Eingangsbereich und das Café in ein Kunsterlebnis verwandelt. Bodentiefe, halbtransparente Wandbehänge mit digitalen Alltagsmotiven brechen und gliedern den Raum und schaffen eine Verbindung zwischen Kunst und Alltag.

Museum beim Markt: Open Space mit Klötzle-Schloss

In Karlsruhe ist das Badische Landesmuseum mit dem Museum in der Majolika sowie mit dem Museum beim Markt präsent. Im Obergeschoss locken Highlights der Angewandten Kunst und des Designs vom Jugendstil bis zur Gegenwart. Das Erdgeschoss wurde völlig neu gestaltet und bietet einen frei zugänglichen Open Space: Ohne Eintritt lädt der helle gemütliche Raum am Marktplatz zum Verweilen, zu Workshops und Gesprächsformaten sowie in einen großen Museumsshop ein.

Ab Frühsommer kommt ein weiteres Highlight hinzu: das „Klötzle-Schloss“. Im Maßstab 1:34 zeigt das große Modell aus Klemmbausteinen das Schloss Karlsruhe und seine Ausstellungen vor der Sanierung. Mit jedem Baufortschritt wird das Miniaturmodell aktualisiert – so können Besucherinnen und Besucher den Sanierungs- und Neueinrichtungsprozess mitverfolgen.
Geplant sind außerdem Workshops für Familien.

Echo und Digitaler Katalog

Auch online begleitet das Museum die Sanierung: Im digitalen Magazin „echo“ kann die Öffentlichkeit den Fortgang der Arbeiten mit aktuellen Reportagen miterleben. Mitarbeitende und externe Partner erzählen dort aber auch von Restaurierungs- und Forschungsprojekten, kreativen Ideenlaboren und historischen Geschichten rund um das Karlsruher Schloss. Im Digitalen Katalog (katalog.landesmuseum.de) wurden außerdem durch intensive wissenschaftliche Bestandsforschung zahlreiche Objekte neu datiert, zugeordnet und damit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht – darunter seltene chinesische Löwen-Figuren aus dem 18. Jahrhundert sowie ein ostfriesischer Aufsatzschrank aus der Kunstakademie, der nach 75 Jahren ins Museum zurückkehrt.

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