Baden-Württemberg (pm/dk) – Sieben Jahre Bauzeit – das bringt selbst einen Ministerpräsidenten ins Grübeln. Beim Spatenstich für den neuen Albaufstieg der A8 in Hohenstadt ist Winfried Kretschmann persönlich geworden – mit einer Mischung aus Humor und Wehmut.
Mit Blick auf die geplante Fertigstellung im Jahr 2034 sagte der 77-Jährige:
„Wenn das fertig ist, ist die Frage, ob ich da überhaupt noch lebe. Wenn ich aber noch lebe, interessiere ich mich wahrscheinlich nicht mehr für Autobahnen, sondern eher dafür, ob die Bürgersteige in Laiz gut sind, damit ich mit dem Rollator noch vorwärtskomme.“
Laiz ist ein Stadtteil von Sigmaringen, wo Kretschmann lebt. Der Grünen-Politiker ist der am längsten amtierende Ministerpräsident in der Geschichte Baden-Württembergs. Zur Landtagswahl im März tritt er nicht mehr an.
Der Albaufstieg gilt als Engpass auf der A8 zwischen Karlsruhe und München. Viele Reisende kennen die Strecke als staugeplagtes Nadelöhr.
Im Dezember hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) die Baufreigabe für das Projekt erteilt. Die Kosten werden auf rund 1,4 Milliarden Euro beziffert.
Besonderheit des Albaufstiegs: An der Anschlussstelle Mühlhausen teilen sich bislang die Richtungsfahrbahnen zur Hochfläche der Schwäbischen Alb. Die bis zu zwei Kilometer voneinander entfernten Trassen mit je zwei Fahrspuren überwinden auf rund zwölf Kilometern eine Höhendifferenz von 230 Metern.
Die getrennte Führung geht auf die Bauzeit zwischen 1936 und 1942 zurück, als eine vierspurige Autobahn an nur einem Berghang technisch nicht möglich war.
Der neue Albaufstieg soll die getrennten Trassen in einer neuen sechsstreifigen Autobahnstrecke zusammenführen. Die Inbetriebnahme ist für 2034 geplant.
Neben Kretschmann nahmen unter anderem der Chef des Bundeskanzleramts, Thorsten Frei (CDU), sowie Christine Baur-Fewson, Direktorin der Niederlassung Südwest der Autobahn GmbH des Bundes, am Termin teil.
Frei vertrat Bundesverkehrsminister Schnieder, der ebenso wie Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) wegen eines Sicherheitsgipfels der Bahn in Berlin verhindert war.