Verzögert sich Stuttgart 21 erneut? Bahn nennt weiter kein Eröffnungsdatum

26. Februar 2026 , 14:25 Uhr

Stuttgart (dpa/dk) – Kommt es beim Bahnprojekt Stuttgart 21 zu einer weiteren Verzögerung? Medien berichten von einer möglichen Inbetriebnahme erst ab 2029 oder sogar 2030. Ein festes Datum nennt die Deutsche Bahn bislang jedoch nicht.

Berichte sprechen von Start ab 2029 oder 2030

Die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, dass der neue Stuttgarter Bahnknoten nicht vor 2029 in Betrieb gehen soll. Der SWR beruft sich auf Insider, wonach die komplette Inbetriebnahme sogar nicht vor 2030 erfolgen werde.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurden die genannten Jahreszahlen in Projektkreisen zwar diskutiert. Ein konkretes Datum für die Eröffnung der verschiedenen Teile des Projekts soll es bislang jedoch nicht geben.

Bahn verweist auf neues Konzept

Ein Bahnsprecher erklärte zu den Berichten: „Zu den genannten Spekulationen äußern wir uns nicht.“ Es bleibe dabei, dass die Bahn beauftragt sei, bis spätestens Mitte 2026 ein neues Inbetriebnahmekonzept zu erarbeiten.

Auch Teileröffnung kürzlich abgesagt

Im November war bekanntgeworden, dass auch die für Ende 2026 geplante Teileröffnung des neuen Tiefbahnhofs in der baden-württembergischen Landeshauptstadt nicht zu halten sein wird. Als Grund für die erneute Verschiebung nannte Bahnchefin Evelyn Palla damals Probleme bei der Digitalisierung des Bahnknotens.

Ein neues Datum für den Start hatte es nach der Bekanntgabe der erneuten Verschiebung zunächst nicht gegeben. Stattdessen hatte Palla eine umfassende Überprüfung des Projektes angekündigt, an deren Ende ein neuer Termin genannt werden sollte. Bis Mitte 2026 will die Bahn das neue Inbetriebnahmekonzept fertig haben.

Inbetriebnahme schon häufig verschoben

Gebaut wird an dem Projekt bereits seit 2010. Der tatsächliche Start war bereits mehrfach verschoben worden, zuletzt auf Dezember 2026. Bei Abschluss der Finanzierungsvereinbarung im Jahr 2009 war man von einer Eröffnung 2019 ausgegangen.

Das Projekt Stuttgart 21 steht nicht nur für den Bau des neuen Hauptbahnhofs in der Landeshauptstadt, sondern für die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Gebaut werden neue Bahnhöfe – etwa ein neuer Fernbahnhof am Flughafen -, Dutzende Kilometer Schienenwege und Tunnelröhren, Durchlässe sowie Brücken.

Komplette Digitalisierung des Bahnknotens macht Probleme

Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm schließt neben Stuttgart 21 auch den Neubau der bereits 2022 eröffneten Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm ein. Herzstück von Stuttgart 21 ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der im Gegensatz zum bisherigen Kopfbahnhof ein Durchgangsbahnhof sein wird.

Im Rahmen von Stuttgart 21 wird der Bahnknoten in Stuttgart zugleich als erster bundesweit komplett digitalisiert. Züge des Fern- und Regionalverkehrs sowie S-Bahnen sollen dann mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS fahren – und zwar nur damit. Klassische Lichtsignale werden im Stuttgarter Bahnknoten nicht mehr verbaut. Die Arbeiten gestalten sich aber komplizierter als gedacht und waren auch mit ein Grund für die erneute Absage des letzten Starttermins.

Auch die Kosten für das Projekt haben sich über die Jahre steil nach oben entwickelt. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Zuletzt bezifferte die Bahn die Kosten auf rund 11,3 Milliarden Euro. Die Mehrkosten muss die Bahn einem Gerichtsurteil zufolge alleine tragen.

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