Vertrag von Gondorf endete 2024 – Arbeitsgericht spricht sich zugunsten des KSC aus

28. Januar 2025 , 16:28 Uhr

Karlsruhe (dpa/dk) – Aus Gründen der Gerechtigkeit wollte Karlsruhes ehemaliger Kapitän Jérôme Gondorf ein weiteres Jahr Gehalt erstreiten, um das Geld dann wieder zu spenden. Das Arbeitsgericht gibt aber dem Club recht.

Verein spart sich 500.000 Euro

Das Arbeitsgericht Karlsruhe hat die Klage des ehemaligen Fußballprofis Jérôme Gondorf abgewiesen. Der frühere Kapitän des Zweitligisten Karlsruher SC hatte den Verein auf eine Zahlung von rund 500.000 Euro verklagt, weil er davon ausgeht, dass sich sein Arbeitspapier aufgrund einer im Vertrag verankerten Klausel zum Saisonende 2023/24 um ein weiteres Jahr verlängert hat.Dieser Ansicht folgte das Gericht in erster Instanz nicht. Der Vorsitzende Richter Matthias Menn sah stattdessen Anhaltspunkte dafür, «dass der Spielervertrag einen klaren Bezug zur Saison 2022/2023 aufweise, verbunden mit einer einmaligen Verlängerungsmöglichkeit bis zum 30. Juni».

Eine automatische Verlängerung über weitere Spielzeiten ließe sich dem Wortlaut des Vertrages nicht entnehmen, führte das Gericht in seiner Urteilsbegründung aus. Beide Parteien hatten zuvor eine gütliche Einigung für gescheitert erklärt, nachdem der Karlsruher SC einen Vorschlag Gondorfs abgelehnt hatte, den Streit mit einer Spende des Vereins in Höhe von 50.000 Euro an das örtliche Kinderhospiz beizulegen. Bereits vor einer Woche hatte der 36-Jährige angekündigt, das Geld im Erfolgsfall spenden zu wollen. Gondorf kann nun binnen eines Monats beim Landesarbeitsgericht Mannheim Berufung einlegen.

Gondorf-Anwalt: «Wenig überzeugend»

«Das, was ich als mündliche Begründung gehört habe, ist für mich wenig überzeugend. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit für eine Berufung sehr hoch», erklärte Gondorfs Anwalt Horst Kletke, der zunächst die schriftliche Begründung abwarten möchte.

Zu einem anderen Schluss kam KSC-Geschäftsführer Michael Becker. «Wir begrüßen die Entscheidung des Gerichts und sehen uns in unserer Auffassung bestätigt. Der Vertrag von Jerôme Gondorf ist im Juni 2024 ausgelaufen, wir haben stets transparent und rechtlich einwandfrei gehandelt», erklärte er in einer schriftlichen Stellungnahme des Vereins.

Anzeige
Arbeitsgericht Karlsruhe Jerôme Gondorf Kinderhospiz Karlsruhe KSC KSC Kapitän KSC Rechtsstreit Nachwuchsleistungszentrum Spende Streit Vertragsverlängerung

Das könnte Dich auch interessieren

30.10.2026 KSC unter Druck: Trainer Senft will von Abstiegskampf noch nichts wissen Karlsruhe (dpa/dk) - Acht Punkte, 20 Gegentore und sechs Niederlagen aus den letzten acht Spielen: Beim Karlsruher SC läuft es aktuell alles andere als rund. Der Umbruch unter Trainer Maximilian Senft kommt nur schleppend voran. Am Samstagabend (31. Oktober) wartet mit dem 1. FC Heidenheim der nächste schwierige Gegner. Und ausgerechnet jetzt fällt auch noch Abwehrchef Marcel Franke aus. 22.10.2026 KSC vor Magdeburg-Spiel: Einsatz von Torwart Bernat fraglich Karlsruhe (dpa/dk) - Nach dem befreienden 4:0 gegen Darmstadt will der Karlsruher SC am Samstag beim 1. FC Magdeburg nachlegen. Die Aufgabe wird allerdings nicht leicht: Der FCM steht auf Rang sechs und gewann seine beiden jüngsten Heimspiele jeweils mit 3:0. Beim KSC gibt es zudem ein Fragezeichen hinter Stammtorwart Hans-Christian Bernat. 08.10.2026 KSC vor schwerem Auswärtsspiel am Millerntor: Senft will mutig auftreten Karlsruhe (dpa/dk) - Der Karlsruher SC ist am Sonntag beim Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli gefordert. Während die Hamburger bislang nur eines ihrer sechs Ligaspiele verloren haben, steckt der KSC nach einem schwierigen Saisonstart weiter im Tabellenkeller. Trainer Maximilian Senft fordert trotzdem einen offensiven Auftritt. 02.10.2026 KSC gewinnt Testspiel in Wiesbaden mit 2:1 Karlsruhe (pm/dk) - Der Karlsruher SC hat die Länderspielpause erfolgreich genutzt. Beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden setzte sich der KSC am Freitag in einem intensiven Testspiel mit 2:1 durch. Nach frühem Rückstand drehten Marvin Wanitzek und Jason Ponente-Ramirez die Partie.