Verschobene OPs, leere Betten: Verdi ruft auch in Karlsruhe und Rastatt zu Warnstreiks auf

04. März 2025 , 04:02 Uhr

Karlsruhe/Rastatt (dpa/pm/svs) – Ob bei der Post, im öffentlichen Dienst oder bei der Bahn – Streiks sind wir ja mittlerweile leider schon gewohnt. Diese Woche trifft es Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdienste – die Gewerkschaft Verdi ruft zum bundesweiten Warnstreik im Gesundheitswesen auf. Am Freitag wird dann auch bei uns in der Region gestreikt – dann sollen die Beschäftigten im Klinikum Mittelbaden in Rastatt sowie im Städtischen Klinikum Karlsruhe und den Karlsruher ViDia-Kliniken in den Ausstand treten.

Mehrtägige Warnstreiks

Patientinnen und Patienten müssen sich ab Mittwoch an einigen Kliniken in Baden-Württemberg auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem bundesweiten Warnstreik in Klinken, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten auf. In Baden-Württemberg würde demnach in 20 Kliniken die Arbeit niedergelegt. Betroffen ist etwa das Klinikum Stuttgart oder die Uniklinik Mannheim.Die Gewerkschaft rechnet aufgrund der teilweise mehrtägigen Warnstreiks damit, dass es zu OP- und Bettenschließungen kommt. In allen bestreikten Krankenhäusern gebe es aber Notdienstvereinbarungen zur sicheren Versorgung der Patienten.
«Die Beschäftigten der baden-württembergischen Kliniken arbeiten seit 19 Jahren eine halbe Stunde mehr pro Woche als ihre Kolleg:innen in allen anderen Bundesländern», kritisierte Jakob Becker, der Verdi-Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales. In Baden-Württemberg will die Gewerkschaft wie in allen anderen Bundesländern auch die 38,5-Stunden-Woche erreichen.

Hunderttausende betroffen

Hintergrund ist der Tarifstreit mit Bund und Kommunen. Im Südwesten sind nach Angaben des Kommunalen Arbeitgeberverbands 385.000 Beschäftigte direkt von den Tarifverhandlungen betroffen. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes (Stichtag 30. Juni 2023) arbeiten davon rund 248.000 Tarifbeschäftigte bei den Kommunen.

Verdi fordert eine Tariferhöhung im Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für die Arbeit zu belastenden und ungünstigen Zeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage. Die Arbeitgeber haben diese Forderungen als nicht finanzierbar zurückgewiesen. Die Tarifverhandlungen werden Mitte März in Potsdam fortgesetzt.

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