Unsichtbares Leid: Millionen Straßenkatzen kämpfen ums Überleben

27. Februar 2026 , 04:54 Uhr

Region (pm/dk) – Straßenkatzen gibt es nur im Ausland? Ein Irrtum. Auch in Deutschland leben Millionen frei lebender Katzen – meist unbemerkt und im Verborgenen. Der Deutsche Tierschutzbund klärt jetzt über verbreitete Fehleinschätzungen auf und fordert mehr Verantwortung im Umgang mit den Tieren.

Auf seiner Website und im Rahmen der Kampagne „Jedes Katzenleben zählt“ informiert der Verband über die größten Irrtümer rund um Straßenkatzen. Ziel ist es, das Leid der Tiere sichtbar zu machen und langfristig zu verringern.

„Viele wissen gar nicht, dass es Straßenkatzen in Deutschland gibt“

„Viele Menschen wissen gar nicht, dass es in Deutschland Straßenkatzen gibt. Viele glauben, Straßenkatzen seien Wildkatzen, bräuchten den Menschen nicht und kämen gut alleine in der Natur zurecht. Diese Annahmen sind falsch und haben schwerwiegende Folgen“, erklärt Dr. Dalia Zohni, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Tatsächlich handelt es sich bei Straßenkatzen um frei lebende Hauskatzen, die ursprünglich von nicht kastrierten Katzen aus Privathaushalten abstammen. Viele Tiere sind krank, verletzt oder durch Parasiten geschwächt. Ihre Lebenserwartung ist gering.

Die fünf größten Irrtümer im Überblick

1. „Straßenkatzen gibt es nur im Ausland“

Auch in Deutschland leben unzählige Straßenkatzen. Anders als in südlichen Urlaubsländern sind sie hierzulande meist sehr scheu und meiden den Kontakt zum Menschen. Ihr Leid bleibt deshalb oft unsichtbar.

2. „Man kann sie doch einfach ins Tierheim bringen“

Erwachsene Straßenkatzen lassen sich in der Regel nicht an ein Leben mit Menschen gewöhnen. Nur in einem kurzen Zeitfenster in den ersten Lebenswochen – der sogenannten Sozialisierungsphase – ist eine Gewöhnung möglich. Für ältere, scheue Tiere ist eine Vermittlung meist kaum realistisch.

3. „Straßenkatzen sind Wildkatzen“

Straßenkatzen sind keine Wildkatzen. Sie stammen von domestizierten Hauskatzen ab und sind auf menschliche Hilfe angewiesen. Wildkatzen hingegen sind eine eigene Art und kommen ohne menschliche Unterstützung aus.

4. „Katzen kommen draußen schon klar und fangen Mäuse“

Um ihren Energiebedarf zu decken, müsste eine 3,5 Kilogramm schwere Katze täglich etwa zehn bis zwölf Mäuse fangen. Bei geringem Nahrungsangebot drohen Unterernährung und Krankheiten – ein Teufelskreis, der für viele Straßenkatzen Realität ist.

5. „Katzen brauchen den Menschen nicht“

Hauskatzen sind domestizierte Tiere. Neben Futter sind auch Fürsorge, tierärztliche Versorgung und soziale Bindung wichtig für ihr Wohlbefinden.

Mehr Aufklärung und Verantwortung gefordert

Die weit verbreiteten Irrtümer führen laut Deutschem Tierschutzbund dazu, dass notwendige Maßnahmen wie Kastration, tierärztliche Versorgung und Betreuung nicht ausreichend unterstützt werden.

Der Verband betont, dass nur durch sachkundige Aufklärung und verantwortungsvolle Katzenhaltung – dazu zählt auch die Kastration von Freigängerkatzen – das Leid der Straßenkatzen langfristig verringert werden kann.

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