Karlsruhe (dpa/dk) – Beim Karlsruher SC geht es derzeit nicht nur auf dem Platz um Schadensbegrenzung. Ein langer Negativtrend und neue Unruhe neben dem Rasen sorgen für eine angespannte Lage rund um den Wildpark.
Eigentlich war der KSC stark in die Saison gestartet. Doch diese Phase liegt inzwischen weit zurück. Ein längerer Negativtrend hat die Badener sportlich zurückgeworfen. Statt nach oben zu schauen, geht es aktuell vor allem darum, den Abstand zur Abstiegszone zu wahren.
Besonders die Defensive bereitet Sorgen. Nach mehreren Ausfällen muss sie dringend stabilisiert werden. Gleichzeitig hofft der Club, dass Rückkehrer in der Offensive wieder zu ihrer Topform finden.
Neben den sportlichen Problemen sorgte zuletzt auch die Vereinsführung für Unruhe. Nach der überraschenden Trennung von Co-Trainer Zlatan Bajramovic im Dezember folgte zu Jahresbeginn der nächste Aufreger.
Ein geleaktes Selfie-Video von Vizepräsident Uwe Maisch aus dem Trainingslager im spanischen Estepona löste Irritationen aus. Das Video wurde in offizieller KSC-Kleidung aufgenommen und enthielt eine Äußerung über Frauen, die Empörung auslöste.
Auf dpa-Anfrage verwies Maisch zunächst auf die Medienabteilung des Vereins. Der KSC erklärte, Maisch habe sich vereinsintern persönlich zu dem Video geäußert und sich mit den daraus entstandenen Irritationen auseinandergesetzt. Eine öffentliche Stellungnahme darüber hinaus sei nicht vorgesehen.
Der Verein betonte, Maisch sei bewusst, dass er als Vizepräsident auch bei persönlichen Äußerungen in besonderer Verantwortung stehe. Die Wirkung des Videos entspreche nicht dem Selbstverständnis des KSC, der für Respekt, Wertschätzung, Verantwortung und einen fairen Umgang miteinander stehe. Nach Club-Angaben ist die Stellungnahme mit Maisch abgesprochen.
Einen Wechsel auf der Cheftrainerposition gab es trotz der schwierigen Phase nicht. Christian Eichner bekannte sich klar zum KSC. Beim Trainingsauftakt nach der Weihnachtspause machte er deutlich, dass ein freiwilliger Rücktritt für ihn kein Thema gewesen sei.
Die Trennung von Co-Trainer Bajramovic habe ihn jedoch stark getroffen. Sie führte laut Bericht zu einem Bruch zwischen Mannschaft und Vereinsführung und belastete das Umfeld zusätzlich.
Sportlich zeigte sich die Mannschaft vor der Winterpause verunsichert. Fünf Niederlagen in Serie und ein spätes Unentschieden sorgten für eine angespannte Stimmung. Besonders defensiv offenbarte der KSC große Probleme: 17 Gegentore in diesen fünf verlorenen Spielen ließen die Kritik wachsen.
Hoffnung machen die anstehenden Comebacks von Louey Ben Farhat und Lilian Egloff in der Offensive. In der Abwehr muss Eichner allerdings die Ausfälle von Christoph Kobald, Marcel Beifus und Nicolai Rapp auffangen. Ob es der Mannschaft gelingt, die vielen Baustellen auszublenden, bleibt offen.