Baden-Württemberg (dpa/dk) – Ein acht Jahre altes Interview von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel sorgt im baden-württembergischen Landtagswahlkampf weiter für Diskussionen. Eine neue Umfrage zeigt nun, wie stark das Video das Bild des Politikers bei Wählerinnen und Wählern beeinflusst.
Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hat das Video für viele Befragte einen negativen Effekt.
Von denjenigen, die das Video kennen, sagen 47 Prozent, dass es ihr Bild von Hagel eher verschlechtert habe.
13 Prozent geben an, nun ein positiveres Bild von ihm zu haben.
Für 38 Prozent hat das Video kaum Auswirkungen auf ihre Einschätzung.
Gleichzeitig zeigt die Umfrage: Ein großer Teil der Wahlberechtigten kennt die Diskussion gar nicht.
Auslöser der Debatte ist ein Interview aus dem Jahr 2018. Eine Bundestagsabgeordnete der Grünen hatte den Clip vergangene Woche in den sozialen Medien veröffentlicht.
Darin berichtet Hagel von einem Schulbesuch. In einer Klasse hätten überwiegend Mädchen gesessen. Hagel sagt in dem Video:
„Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.“
Dann beschreibt er eine Schülerin:
„Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“
Der Clip sorgte anschließend für Kritik.
Manuel Hagel selbst erklärte später, der Einstieg in das Interview sei „Mist“ gewesen. Den Satz würde er heute so nicht mehr sagen.
Für die repräsentative YouGov-Umfrage wurden zwischen dem 25. Februar und 3. März insgesamt 1.010 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Baden-Württemberg befragt.
Die statistische Fehlertoleranz liegt zwischen 1,3 und 3,1 Prozentpunkten. Generell sind Wahlumfragen mit Unsicherheiten verbunden, etwa wegen kurzfristiger Wahlentscheidungen.