Karlsruhe (pm/dk) – Jetzt geht es sichtbar los: Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) beginnen im März mit den Rückbaumaßnahmen an der Turmbergbahn in Durlach. In den kommenden Monaten soll Deutschlands älteste Standseilbahn umfassend modernisiert, barrierefrei ausgebaut und bis zur Bundesstraße B3 verlängert werden.
Nach der Förderzusage des Landes Baden-Württemberg im Dezember 2025 können die nächsten Projektschritte umgesetzt werden.
„Wir freuen uns, dass wir nach dem intensiven Entscheidungsprozess und den umfassenden Planungsverfahren der vergangenen Jahre nun die konkrete Umsetzung dieses Vorhabens angehen können“, erklärt Christian Höglmeier, technischer Geschäftsführer der VBK.
Zunächst stehen ab März die Abbrucharbeiten an der bestehenden Bahninfrastruktur an. Zurückgebaut werden:
Mit den Arbeiten ist die Libare GmbH beauftragt, die auf Rückbaumaßnahmen spezialisiert ist. Die Maßnahmen sollen voraussichtlich bis Juni abgeschlossen sein. Damit wird die bauliche und technische Grundlage für die neue, bis zur B3 verlängerte Turmbergbahn geschaffen.
Parallel dazu beginnen im Frühjahr vorbereitende Arbeiten für eine neue Trafostation an der Reichardtstraße, die für den Betrieb der modernisierten Bahn erforderlich ist. Diese Maßnahmen sind zwischen April und Mai vorgesehen.
Von Juni bis September werden im Bereich der Bundesstraße Versorgungsleitungen umverlegt. Im Anschluss sollen die Arbeiten für die neue Bahntrasse sowie für die neue Tal- und Bergstation starten. Der Beginn dieser Bauphase ist voraussichtlich im Herbst 2026 geplant.
Während der Bauarbeiten kann es laut VBK zu geringfügigen Einschränkungen für Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer kommen.
Seit 2017 hatten sich Gemeinderat, Ortschaftsrat Durlach und der VBK-Aufsichtsrat mit der Zukunft der in die Jahre gekommenen Turmbergbahn beschäftigt. Hintergrund war das Erlöschen der Betriebserlaubnis.
Im Januar 2025 gab der Karlsruher Gemeinderat mit großer Mehrheit grünes Licht für das Projekt. Voraussetzung war eine Förderquote von mehr als 50 Prozent durch das Land Baden-Württemberg. Eine „standardisierte Bewertung“ der PTV Planung Transport Verkehr GmbH ergab einen positiven Nutzen-Kosten-Index von 1,30.
Für die Errichtung der neuen Bahntrasse sowie der neuen Tal- und Bergstation sind rund 15 bis 18 Monate Bauzeit eingeplant. Geplant ist zudem eine Bahnüberführung über einen Geh- und Radweg im Bereich der Kreuzung Bergbahnstraße/Turmbergstraße/Posseltstraße/Kastellstraße.
Die neue Anlage inklusive der beiden Fahrzeuge wird vom Schweizer Unternehmen Garaventa gebaut, das zur Doppelmayr-Gruppe gehört. Das Unternehmen erhielt den Zuschlag nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren mit vorgeschalteter Präqualifikation.