Trotz Mängeln am Wildpark-Stadion: Mentrup lobt „gute Partnerschaft" mit Baufirma

18. März 2026 , 16:14 Uhr

Karlsruhe (dk) – Gab es Streit zwischen der Stadt Karlsruhe und dem Bauunternehmen Zech? Rund um die Mängel am Wildpark-Stadion war zuletzt genau davon die Rede. Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup weist das aber zurück. Im Interview spricht er von einer guten Zusammenarbeit, einer Einigung ohne Gerichtsverfahren und einem klaren Plan für die noch offenen Bolzen am Dach.

6.200 Mängel sind laut Mentrup weitgehend abgearbeitet

Die Zahl klingt zunächst gewaltig: 6.200 Mängel standen nach der Abnahme des Stadions auf der Liste. Für Mentrup ist das aber kein Zeichen dafür, dass beim Bau grundsätzlich etwas schiefgelaufen ist.

„Die 6200 Mängel sind ja bei der Abnahme vor etwa zweieinhalb Jahren festgestellt worden, und die sind jetzt eigentlich alle abgearbeitet“, sagt der Oberbürgermeister. Die Größenordnung sei bei einem solchen Projekt „durchaus völlig normal“.

Mentrup erklärt auch, dass sich hinter der hohen Zahl ganz unterschiedliche Punkte verbergen. So könne es dabei auch um kleinere Dinge gehen, etwa wenn „mal eine Fußleiste falsch verklebt“ sei oder „mal ein Dübel zu sehr aus der Wand raus“ schaue.

Das Problem sind jetzt die Bolzen im Dach

Im Mittelpunkt steht inzwischen ein anderes Thema: Korrosionsschäden an Bolzen in der Dachkonstruktion. Laut Mentrup geht es dabei nicht um einen klassischen Abnahmemangel, sondern „eher ein sogenannter Gewährleistungsmangel“.

Nach seinen Angaben geht es um mehr als 500 Bolzen. Dem Gemeinderat werde kommenden Dienstag ein Sanierungskonzept für die Bolzen vorgeschlagen, „das sicherstellt, dass Zech auf seine Kosten jetzt die Bolzen ausreichend untersucht.“

Kein Prozess, sondern Schlussstrich

Am Dienstag soll der Gemeinderat über genau diese Schlussvereinbarung entscheiden. Mentrup macht deutlich, dass Stadt und Zech sich bewusst gegen einen Rechtsstreit entschieden haben.

Zuvor hatten sich nach seinen Worten über die Zeit Forderungen auf beiden Seiten aufgebaut. „Wir haben zeitweise Forderungen gehabt von 3,8 Millionen in der Einrichtung von 4,5 Millionen in der anderen Richtung“, sagt Mentrup. Am Ende sei der Abstand immer kleiner geworden. „Und da haben wir jetzt gesagt, wegen der letzten 50.000 € Differenz gehen wir jetzt nicht vor Gericht.“

Mentrup spricht von guter Partnerschaft mit Zech

Von einem Zerwürfnis will der Oberbürgermeister deshalb ausdrücklich nicht sprechen. Im Gegenteil: Er hebt die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen hervor.

„Und dank der guten Partnerschaft mit Zech haben wir jetzt auch ein sehr gutes Ergebnis gemeinsam vereinbaren können“, sagt Mentrup. Später nennt er die Einigung sogar „ein sehr harmonisches gemeinsames Ergebnis“.

Aus seiner Sicht ist das vor allem für die Stadt ein wichtiger Punkt. Denn ein Gerichtsverfahren hätte nach seinen Worten viel Zeit, Geld und Personal gebunden. Die jetzige Lösung schütze „uns vor allen weiteren Auseinandersetzungen“.

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