Karlsruhe (dpa/tk) – Nach dem 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg muss KSC-Trainer Maximilian Senft die erste Krise der Saison moderieren. Warum die warmen Worte von Miroslav Klose nicht wirklich Mut machen. So wenig Gutes wie am Samstag war von den Karlsruhern in dieser Saison noch nie zu sehen.
In sich gekehrt lauschte KSC-Trainer Senft den warmen Worten von 2014er-Weltmeister Miroslav Klose. «Max, euch wünsche ich alles Gute, weil wir haben vor zwei Jahren genauso angefangen wie ihr und ihr müsst weiterhin euch treu bleiben, auf dem Weg bleiben, weil ich sehe viel, viel Gutes», sagte der Coach des 1. FC Nürnberg nach dem 0:1 der Badener gegen die Franken in der 2. Fußball-Bundesliga.
«Das Herz war am richtigen Fleck, sie wollten viel besser verteidigen als gegen Cottbus», attestierte Senft seiner Elf mit Blick auf das vorherige 0:3 gegen den Aufsteiger zwar. In den anderen Phasen aber, dem Spiel mit Ball also, waren die Karlsruher weit von Normalform entfernt. Zwischenzeitlich hatten die Nürnberger in der ersten Halbzeit über 80 Prozent Ballbesitz. Seine Elf habe nicht die Genauigkeit gehabt, nicht die richtigen Abstände im hohen Anlaufen, monierte Senft.
Dem Vernehmen nach soll der 37 Jahre alte KSC-Coach in der Halbzeitpause ziemlich laut geworden sein – und war offenbar auch nicht einverstanden mit dem Vortrag der beiden Offensivkräfte Louey Ben Farhat und Lilian Egloff: beide, eigentlich hoch veranlagt, mussten schon zur Pause vom Feld.
«Wenn wir mal den Ball hatten, waren wir zu ungenau, was ich von unserer Mannschaft so gar nicht kenne», monierte Timon Pauls, Direktor Profifußball beim KSC. Wie es geht, zeigten die Nürnberger, vor allem beim herrlich heraus gespielten Tor des Tages durch FCN-Toptorjäger Mohamed Ali Zoma in der 30. Minute.
Pauls war nach der bereits dritten Heimniederlage in dieser Saison, durch die der KSC mit fünf Punkten in der unteren Tabellenhälfte hängen bleibt, um eine sachliche Einordnung bemüht: «Ich wusste, dass wir durch diese Phasen gehen werden», sagte er mit Blick auf den enormen Umbruch samt Kaderverjüngung im Sommer.
«Ich musste ein bisschen draufgucken, weil Nürnberg hatte letztes Jahr hier das Spiel, wo das hier ganz, ganz eng war. Die haben auch daran festgehalten, an dem Weg, und wir werden das auf jeden Fall auch tun», versprach Pauls, und klang dabei ein bisschen wie Ex-WM-Rekordtorjäger Klose.