Lkr. Karlsruhe (pol/ms) – Gleich zwei 86-jährige Frauen sind in den vergangenen Tagen Opfer von Trickdieben geworden. In Karlsruhe-Grötzingen und Oberhausen-Rheinhausen erbeuteten die Täter Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren tausend Euro. Die Polizei sucht Zeugen und warnt vor den Maschen der Täter.
Am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr klingelte eine unbekannte Frau an der Wohnung einer 86-Jährigen in einer Wohnanlage in Karlsruhe-Grötzingen. Sie gab sich als Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation aus und bot der Seniorin Hilfe bei Alltagserledigungen an.
Während des Gesprächs brachte die Frau die Bewohnerin dazu, die Unterhaltung auf dem Balkon fortzusetzen. In dieser Zeit gelangte offenbar eine weitere Person unbemerkt in die Wohnung. Aus dem Schlafzimmer wurde Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro gestohlen.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich am Montagmittag in Oberhausen-Rheinhausen. Gegen 12:05 Uhr sprach ein unbekannter Mann eine 86-Jährige vor ihrem Wohnhaus in der Wilhelmstraße an. Er gab sich als Physiotherapeut aus.
Nachdem die Seniorin ihn in ihre Wohnung gelassen hatte, verwickelte er sie in ein Gespräch und bat um ein Glas Wasser. Während die Frau in der Küche war, durchsuchte der Mann offenbar mehrere Schränke. Er nahm Bargeld und Schmuck im Wert von rund 2.000 Euro mit und verließ anschließend unbemerkt die Wohnung. Danach ging er in Richtung Rhein davon.
Der vermeintliche Physiotherapeut soll etwa 1,90 Meter groß und zwischen 25 und 40 Jahre alt sein. Er wird als hellhäutig beschrieben und soll kurze dunkle Haare sowie eine schlanke Figur mit Bauchansatz haben.
Bekleidet war der Mann laut Polizei mit einer beigen Hose, einem weißen Polo-Shirt und schwarzen Schuhen. Außerdem hatte er eine schwarze Aktentasche dabei.
Zeugen können sich unter der Telefonnummer 07256 93290 beim Polizeirevier Philippsburg melden.
Trickdiebe geben sich nach Angaben der Polizei unter anderem als Handwerker, Amtspersonen oder Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen und sozialen Einrichtungen aus. Häufig werden ältere Menschen zu Opfern.
Die Polizei rät deshalb, unbekannte Personen grundsätzlich nicht unangemeldet in die Wohnung zu lassen. Haustüren sollten möglichst nur mit vorgelegter Türsperre geöffnet werden. Bei angeblichen Amtspersonen sollte außerdem ein Dienstausweis verlangt und im Zweifel direkt bei der jeweiligen Behörde nachgefragt werden.
Handwerker sollten nur hereingelassen werden, wenn sie selbst bestellt oder durch Hausverwaltung beziehungsweise Vermieter angekündigt wurden. Bei Unsicherheit empfiehlt die Polizei, Nachbarn oder andere Vertrauenspersonen hinzuzuholen.
Wird jemand zudringlich oder besteht der Verdacht auf einen Betrugs- oder Diebstahlsversuch, sollte sofort die Polizei unter 110 verständigt werden.