Karlsruhe (dpa/dk) – Nach der Derby-Niederlage in Kaiserslautern steht für den Karlsruher SC schon die nächste wichtige Aufgabe an: Am Freitagabend kommt die SpVgg Greuther Fürth in den Wildpark. Für den KSC geht es darum, eine Reaktion zu zeigen – gegen einen Gegner, der zuletzt deutlich stabiler geworden ist.
Das 0:3 auf dem Betzenberg hat beim Karlsruher SC Spuren hinterlassen. Für Verteidiger Stephan Ambrosius ist trotzdem klar, worauf es jetzt ankommt. „Natürlich tut so eine Derby-Niederlage weh. Es bringt aber nichts, in die Vergangenheit zu schauen, sondern es geht weiter“, sagte er im Gespräch mit der dpa.
Viel Zeit zum Aufarbeiten bleibt ohnehin nicht. Schon am Freitagabend bietet sich gegen Fürth die nächste Chance, wieder Punkte zu holen. Ambrosius hofft auf eine passende Antwort: „Um wenigstens ein bisschen wieder was gutzumachen und uns entsprechend hochzuarbeiten.“
Seit der Winterpause ist Stephan Ambrosius zurück beim KSC. Der Verteidiger kam vom Schweizer Erstligisten FC St. Gallen – diesmal mit Kaufoption. In einer verjüngten Mannschaft übernimmt er inzwischen auch abseits des Platzes mehr Verantwortung.
„Dem einen oder anderen kann ich durch meine Erfahrungen in den letzten Jahren manchmal was mitgeben“, sagt Ambrosius. Trainer Christian Eichner sieht den Abwehrspieler vor allem wegen seiner Leistungen als wichtigen Faktor. Gerade in den Bereichen, die im Derby gefehlt hätten, bringe er der Mannschaft etwas, das nicht in großer Zahl vorhanden sei. Eichner betont außerdem, Ambrosius sei wichtig für die Kabine.
Sportlich bewegt sich der KSC weiter im Tabellenmittelfeld. Vor dem 27. Spieltag steht die Mannschaft auf Rang 8. Ambrosius beschreibt die Lage nüchtern: „Wir haben gute Spieler, wir haben gute Performances“, sagt er. Gleichzeitig macht er deutlich: „Wir sind noch keine Top-Top-Mannschaft.“
Ein Thema bleibt für ihn die fehlende Konstanz über die gesamte Spielzeit. „Manchmal verschlafen wir Halbzeiten“, räumt der Verteidiger ein. Genau das darf sich gegen Fürth kaum wiederholen.
Die SpVgg Greuther Fürth reist mit einer kleinen Serie in den Wildpark. Seit vier Ligaspielen sind die Franken ungeschlagen und haben sich nach und nach aus dem Tabellenkeller herausgearbeitet. Mit 29 Punkten stehen die Kleeblätter aktuell auf Platz 14.
Trainer Christian Eichner bezeichnet Fürth deshalb sogar als „Mannschaft der Stunde“. Auch personell hat der KSC fast alle Optionen, einzig Dzenis Burnic fehlt gelbgesperrt.
Das Aufeinandertreffen mit Fürth ist ein echtes Traditionsduell. Insgesamt standen sich beide Teams bereits 80 Mal gegenüber, 49 Mal davon in der 2. Bundesliga. Kein Spiel gab es in dieser Liga häufiger.
Mehr als die Hälfte dieser Duelle hat der KSC gewonnen. 21 Mal siegte Fürth, 18 Partien endeten unentschieden. Auch die jüngsten Begegnungen machen aus Karlsruher Sicht Mut: Die letzten beiden Duelle gingen an den KSC, das Hinspiel sogar deutlich mit 4:1.
Die Spielvereinigung aus Franken trägt ihre Heimspiele im Sportpark Ronhof aus und hat knapp 4700 Mitglieder. In ihrer heutigen Form entstand die SpVgg Greuther Fürth 1996 durch den Zusammenschluss des TSV Vestenbergsgreuth mit der SpVgg Fürth.
Die größten Erfolge feierte der Club noch als Spielvereinigung Fürth: dreimal deutscher Meister, fünfmal süddeutscher Pokalsieger. 2012 wurden die Fürther Zweitligameister und stiegen in die Bundesliga auf, mussten aber direkt wieder runter. Das gleiche passierte nach dem erneuten Aufstieg 2021.
Seitdem spielen die Kleeblätter wieder in der 2. Bundesliga. Nach mehreren Platzierungen im Mittelfeld wurde für diese Saison kein klares Ziel ausgerufen. Gewünscht war vor allem eine Spielzeit mit Ruhe und Besonnenheit.
Für Ambrosius ist vor dem Duell entscheidend, wie der KSC auftritt. Die Reaktion auf das Derby, die Leistung auf dem Platz und die Haltung innerhalb der Mannschaft stehen für ihn im Mittelpunkt. „Wenn du dich im Spiegel anschaust und sagen kannst, du hast alles gegeben, das ist entscheidend“, sagt der Verteidiger.
Am Freitagabend bekommt der KSC also die nächste Chance, genau das zu zeigen – in einem Duell mit viel Geschichte und gegen einen Gegner, der gerade wieder Selbstvertrauen gesammelt hat.
Unser KSC-Reporter Sven Grunwald ist live für euch im BBBank-Wildpark und meldet sich mit allen Toren ins Programm. Die ganze Spielreportage hört ihr bei den Kollegen vom KSC-Fanradio!