Baden-Württemberg (dpa/dk) – Thomas Strobl hat in seiner politischen Laufbahn schon viele Ämter übernommen. Jetzt kommt ein weiteres dazu: Der bisherige Innenminister ist zum neuen Präsidenten des baden-württembergischen Landtags gewählt worden.
Das Landesparlament in Stuttgart hat Thomas Strobl (CDU) zum neuen Landtagspräsidenten gewählt. Der bisherige Innenminister erhielt 103 Ja-Stimmen.
52 Abgeordnete stimmten gegen ihn, ein Abgeordneter enthielt sich. Eine Stimme entfiel auf eine andere Person.
Nach seiner Wahl sagte Strobl, er werde alles dafür tun, um die Würde des Landtags zu verteidigen. Das Parlament sei das Herz der Demokratie in Baden-Württemberg. Man müsse gemeinsam die parlamentarische Demokratie sichern, schützen und verteidigen.
Thomas Strobl folgt auf Muhterem Aras (Grüne). Sie stand dem Parlament seit 2016 vor.
Nach dem Willen der Grünen-Fraktion soll Aras künftig Vizepräsidentin des Landtags werden.
Der 66-jährige Strobl stammt aus Heilbronn. Seit 2016 war er Innenminister im Kabinett von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).
Davor war Strobl 18 Jahre lang Bundestagsabgeordneter. Von 2011 bis 2023 war er außerdem Landeschef der CDU. Der Rechtsanwalt ist mit Christine Strobl verheiratet. Sein Schwiegervater war der inzwischen gestorbene Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU).
Gut zwei Monate nach der Landtagswahl sind die Abgeordneten erstmals in der neuen Zusammensetzung zusammengekommen.
Bei der Wahl am 8. März waren die Grünen mit 30,2 Prozent knapp stärkste Kraft geworden. Die CDU lag mit 29,7 Prozent dicht dahinter. Im neuen Landtag haben beide Parteien jeweils 56 Mandate. Eine stärkste Fraktion gibt es deshalb nicht.
Oppositionsführer im neuen Landtag ist die AfD. Sie kam bei der Wahl auf 18,8 Prozent und hat ihr Ergebnis damit fast verdoppelt.
Im Parlament hat die AfD jetzt 35 Mandate. Die SPD kommt auf 10 Sitze. Die FDP ist nicht mehr im Landtag vertreten, weil sie an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist.