Karlsruhe (pm/dk) – Mehr als 8.000 schwer kranke Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Gleichzeitig haben viele Menschen ihre persönliche Entscheidung zur Organspende nicht festgehalten. Zum Tag der Organspende erklärt Dr. Stephanie Hirner vom Städtischen Klinikum Karlsruhe, warum ein Gespräch mit Angehörigen so wichtig sein kann.
Die Lage bei den Organspenden bleibt in Deutschland angespannt. Zwar ist die Zahl der jährlichen Organspenden leicht gestiegen, trotzdem warten weiterhin mehr als 8.000 Patientinnen und Patienten auf eine Organtransplantation.
Im Jahr 2025 haben bundesweit 985 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet. Am Städtischen Klinikum Karlsruhe waren es im vergangenen Jahr zwölf Menschen. Durch ihre Spenden konnte 42 Menschen ein neues Leben geschenkt werden.
Grundsätzlich können die meisten Menschen Organe spenden, unabhängig vom Alter. Voraussetzung ist immer, dass der Hirntod sicher festgestellt wurde. Das müssen mindestens zwei Ärztinnen oder Ärzte unabhängig voneinander bestätigen.
Dr. Stephanie Hirner, eine von sechs Transplantationsbeauftragten am Klinikum Karlsruhe, erklärt dazu: „Organe spenden können die meisten Menschen, unabhängig vom Alter. Vorausgesetzt wird immer der sichere Hirntod, der von mindestens zwei Ärztinnen oder Ärzten unabhängig voneinander festgestellt werden muss“
Außerdem muss die Spenderin oder der Spender zu Lebzeiten zugestimmt haben, zum Beispiel über einen Organspendeausweis.
Ein großes Problem bleibt die fehlende Dokumentation des persönlichen Willens. Wenn keine Entscheidung vorliegt, müssen Angehörige stellvertretend entscheiden. Das passiert oft in einer ohnehin sehr belastenden Situation.
Deshalb rät Dr. Hirner dazu, sich rechtzeitig Gedanken zu machen und den eigenen Wunsch klar zu kommunizieren.
„Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er seine Organe spenden möchte, oder nicht. Die Entscheidung ist freiwillig. Wichtig ist nur, dass sich jeder Gedanken macht, was er möchte – und seinen Wunsch in seinem Umfeld klar kommuniziert“, sagt Dr. Hirner.
Ein Organspendeausweis kann kostenlos online bestellt werden. Man kann ihn auch selbst ausdrucken und ausfüllen. Wichtig ist vor allem, dass die eigene Entscheidung festgehalten ist und Angehörige wissen, was man möchte.