Wohin mit dem Atommüll?

Suche nach Endlager - Orte im Südwesten weiter in Auswahl

04. November 2025 , 04:22 Uhr
Hochradioaktiver Atommüll könnte eines Tages im Schwarzwald gelagert werden oder auf der Schwäbischen Alb. Denn: Auf der Suche nach einem Endlager für den deutschen Atommüll sind noch mehrere große Flächen in Baden-Württemberg im Auswahlverfahren. Darunter Gegenden bei Bad Wildbad, Alpirsbach und Heidelberg.

Ein Viertel von Deutschland geeignet

Nach Angaben der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) haben Experten die bundesweit möglicherweise infrage kommenden Regionen mittlerweile auf 25 Prozent der deutschen Landesfläche eingegrenzt. Dort halten sie die geologischen Bedingungen für eine unterirdische Lagerung aus heutiger Sicht für geeignet – oder die Flächen wurden bisher nicht bewertet.

Von der Landesgrenze zu Bayern bis in den Schwarzwald

Unter den Gebieten in Baden-Württemberg, die die ersten Prüfschritte bestanden haben, sind Flächen im Alb-Donau-Kreis, zwischen Lautenbach im Ortenaukreis und Bad Wildbad im Nordschwarzwald und zwischen Alpirsbach im Kreis Freudenstadt bis in den südlichen Schwarzwald. Der Großteil der bislang nicht geprüften Flächen liegt laut BGE in Norddeutschland.

Ende 2027 will die Bundesgesellschaft Standortregionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Die finale Entscheidung über diese zu erkundenden Standortregionen trifft der Gesetzgeber.

27.000 Kubikmeter Atommüll

Bis spätestens 2050 soll ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hoch radioaktiven Atommüll gefunden werden, der in mehr als 60 Jahren Atomkraftnutzung angefallen ist. Der Standort soll Sicherheit für eine Million Jahre bieten. Derzeit lagert deutscher Atommüll in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern. Die letzten deutschen Atomkraftwerke sind seit April 2023 außer Betrieb.

Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass bis 2050 ein entsprechendes Endlager gefunden sein wird. Das wäre etwa 20 Jahre später als ursprünglich geplant. Bis wann das Endlager dann wirklich genutzt werden kann, ist noch offen.

Ministerin: Müssen Prozess beschleunigen

«Es ist eine gute Nachricht, dass ein Großteil der Gebiete in Baden-Württemberg nach den Untersuchungen der Bundesgesellschaft für Endlagerung höchstwahrscheinlich als Endlager für Atommüll ausscheiden», sagte Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) auf Anfrage. «Wir werden als Landesregierung darauf drängen, den weiteren Prozess zu beschleunigen.» Die Kosten für die Lagerung stiegen sonst weiter.

«Ich setze mich dafür ein, die finalen Optionen streng wissenschaftlich auszuwählen. Das Söder-Manöver, einen Wiedereinstieg in die Atomkraft zu fordern, aber ein Endlager auch in geologisch geeigneten Gebieten Bayerns auszuschließen, ist dagegen komplett verantwortungslos.»

Anzeige
AKW Alpirsbach Atomkraft Atommüll Bad Wildbad Endlager Heidelberg Norddeutschland Radioaktiv Schwäbische Alb Schwarzwald Ulm

Das könnte Dich auch interessieren

20.01.2026 Besondere Polarlichter schmücken den Himmel im Südwesten Baden-Württemberg (dpa/dk) - Grüne und rote Farben über Baden-Württemberg: Am späten Montagabend haben Polarlichter viele Menschen im Südwesten begeistert. Das seltene Naturschauspiel war sogar bis in die Alpen zu sehen. 30.05.2025 Mehrheit glaubt nicht an Wirksamkeit von Messerverbotszonen Stuttgart (dpa) - Immer mehr Städte in Baden-Württemberg setzen auf spezielle Zonen, in denen das Mitführen von Messern verboten ist – doch die Bevölkerung bleibt kritisch. Besonders skeptisch sind Anhänger der AfD. 28.01.2026 Warum soll der Wolf jetzt erschossen werden? Manche wittern ein Wahlkampfmanöver Baden-Württemberg (dpa/tk) - Der Abschuss von Wölfen ist nur in Ausnahmen erlaubt. Dass das von Grünen-Politikerin Thekla Walker geführte Umweltministerium in Stuttgart ausgerechnet wenige Wochen vor der Landtagswahl am 8. März eine solche Freigabe für den Hornisgrinden-Wolf erteilt hat, könnte zum Politikum werden.  26.01.2026 Schneechaos in Baden-Württemberg - nur die neue welle-Region bleibt verschont Baden-Württemberg (dpa/er24/tk) - Schnee, Glätte und Ausfälle: Heftiger Schneefall hat im Südwesten zum Wochenstart fest im Griff – besonders zwischen Stuttgart und Ulm kam es zu zahlreichen Unfällen. Abgesehen von mehreren Leichtverletzten und Blechschäden sowie Verspätungen  verlief die Rückkehr von Schnee und Eis in Baden-Württemberg noch glimpflich. In anderen Bundesländern fiel die Schule aus und Verkehrsbetriebe kapitulierten vor dem Schneetreiben.