Strobl: «Keine Socke braucht an einer Schule ein Messer»

20. November 2025 , 16:57 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Das seit Sommer geltende Messerverbot im öffentlichen Nahverkehr von Baden-Württemberg zeigt nach Ansicht von Innenminister Thomas Strobl Wirkung. Bei einem Kontrolltermin mit der Polizei in Stuttgart zog er eine positive Bilanz und betonte, dass jedes eingezogene Messer „ein Stück weit Sicherheit“ bringe.

Messerverbot im Nahverkehr zeigt laut Strobl Wirkung

Seit Ende Juli sind Messer – selbst kleine Taschenmesser oder stumpfe Buttermesser – in Bussen, Bahnen, Regionalzügen und sogar auf Fähren in Baden-Württemberg verboten. Ausnahmen gelten nur für Berufsgruppen wie Jäger oder Einsatzkräfte. Strobl ist überzeugt, dass die Regelung hilft, Messergewalt zu reduzieren. „Jedes Messer, dass wir konfiszieren, ist erst einmal weg und bringt ein Stück weit Sicherheit“, sagte der CDU-Politiker.

Trotz der positiven Bilanz lehnt Strobl ein generelles Messerverbot für alle Lebensbereiche ab. Das müsse verhältnismäßig bleiben, denn auch zu Hause könne man Menschen verfassungsrechtlich nicht verbieten, Messer zu besitzen – obwohl dort ebenfalls Straftaten mit Waffen vorkommen.

Klare Worte zu Messern an Schulen

Besonders deutlich wurde Strobl beim Thema Schulen:„Keine Socke braucht an einer Schule ein Messer.“
Eltern hätten ihm berichtet, dass ihre Kinder Messer bräuchten, um auf dem Pausenhof einen Apfel zu schälen. Dafür habe er keinerlei Verständnis:
„Diese Gespräche waren sehr kurz. Da habe ich null Komma null Verständnis.“ Er erinnerte daran, dass er selbst früher Dinge getan habe, die nicht in Ordnung gewesen seien – „aber wir hatten keine Messer dabei“.

Messerverbotszonen und Nahverkehr: Was gilt seit Juli?

Mit der beschlossenen Landesverordnung gilt im Südwesten ein striktes Verbot für das Mitführen von Messern in:

  • städtischen Messerverbotszonen

  • allen öffentlichen Verkehrsmitteln

  • Regionalzügen

  • Fähren

Auch kleine Schweizer Taschenmesser sind tabu. Ziel ist es, Gewaltdelikte mit Stichwaffen weiter einzudämmen.

Anzeige
Gewaltprävention BW Innenministerium Stuttgart Messer an Schulen Messerverbot Baden-Württemberg ÖPNV Messerverbot Thomas Strobl

Das könnte Dich auch interessieren

16.02.2026 Immer mehr Gewalt: Baden-Württemberg rüstet Polizei auf Südwesten (dpa/svs) - Rund 40 Mal am Tag wird eine Polizistin oder ein Polizist in Baden-Württemberg Opfer von Gewalt. 14.586 Mal wurden diejenigen, die helfen und schützen sollen, im vergangenen Jahr beleidigt, geschlagen, getreten, attackiert - «ein absolut historischer Höchststand», beklagt Innenminister Thomas Strobl in Stuttgart. Neue Uniformen sollen die Beamten besser schützen. 13.02.2026 Verkehrsbilanz 2025: Jeden Tag ein Toter auf Baden-Württembergs Straßen Baden-Württemberg (dpa/dk) - Fast alle eineinhalb Minuten passiert irgendwo im Land ein Unfall. Pro Stunde sind das rund drei Dutzend Crashs und fünf Verletzte. Und statistisch gesehen stirbt jeden Tag ein Mensch auf einer Straße in Baden-Württemberg. Das geht aus der aktuellen Verkehrsunfallbilanz des Innenministeriums hervor. 24.06.2025 Taser im Test: Baden-Württembergs Streifenpolizei bekommt neue Einsatzwaffe Baden-Württemberg (pm/dk) - Polizistinnen und Polizisten im Streifendienst in Baden-Württemberg sollen künftig testweise mit Tasern ausgestattet werden. Wie Innenminister Thomas Strobl (CDU) bekannt gab, wird die Polizei im Südwesten die Elektroimpulsgeräte zunächst in ausgewählten Regionen erproben. Ziel ist es, den Beamten im Einsatz eine Alternative zu Schlagstock oder Schusswaffe zu bieten – etwa in bedrohlichen Situationen mit Messern. Bislang sind Taser ausschließlich Spezialeinheiten 11.04.2025 15.317 Temposünder beim Blitzermarathon in Baden-Württemberg erwischt Baden-Württemberg (pm/dk) – Raserei bleibt ein großes Problem auf Baden-Württembergs Straßen: Beim diesjährigen Blitzermarathon wurden am Mittwoch 15.317 Geschwindigkeitsverstöße registriert. Wie das Innenministerium in Stuttgart mitteilt, waren 273 Fahrerinnen und Fahrer so schnell unterwegs, dass sie nun mit einem Fahrverbot rechnen müssen.