Streit in Karlsruhe eskaliert - mehrere Passanten leisten keine Hilfe

26. November 2020 , 13:18 Uhr

Karlsruhe (pol/lk) – Ein Nachbarschaftsstreit in der Karlsruher Mathystraße ist eskaliert. Ein 39-Jähriger ist mit Fäusten und Tritten verprügelt worden. Trotz Aufforderung einer Zeugin haben gleich mehrere Passanten keinen Notruf abgesetzt und dem Opfer ihre Hilfe verwehrt.

Mann wird verprügelt und getreten

Ein 39-jähriger Mann fühlte sich am Mittwochabend in seiner Wohnung durch den Lärm aus einer Nachbarwohnung gestört. Nach Angaben der Polizei klingelte er und stellte die Ruhestörer zur Rede. Dadurch entwickelte sich ein Streit, der sich irgendwann vor das Haus auf die Mathystraße verlagerte. Zwei Männer griffen dort den 39-Jährigen mit Fäusten und Tritten an. Anschließend flüchteten sie in unbekannte Richtung. Das Opfer wurde leicht verletzt.

Mehrere Passanten leisten keine Hilfe

Besonders traurig war jedoch das Verhalten mehrerer Passanten. Eine unbeteiligte Zeugin erkannte die Notlage des Mannes und wollte die Polizei verständigen. Weil sie aber kein Handy bei sich hatte, bat sie einen weiteren Mann um Hilfe. Der unternahm jedoch nichts und lief einfach weiter. Und auch aus einer Personengruppe in der Nähe wurde weder ein Notruf abgesetzt noch dem Opfer geholfen. Schließlich verständigte der 39-Jährige selbst die Polizei, nachdem die Angreifer von ihm abgelassen hatten. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung sowie wegen des Anfangsverdachts der unterlassenen Hilfeleistung aufgenommen.

Zivcilcourage ist Ehrensache

Aus diesem Anlass weist die Polizei darauf hin, dass Zeugen schon allein aus Gründen der gebotenen Zivilcourage angehalten, in bestimmten Fällen aber auch von Rechts wegen verpflichtet sind, Hilfe zu leisten, wenn Menschen in akute Notsituationen geraten. Dabei muss sich niemand selbst in Gefahr bringen, sondern nur soweit einschreiten, wie es nach den eigenen Möglichkeiten, zum Beispiel durch das Absetzen eines telefonischen Notrufs, zumutbar ist.

Anzeige

Das könnte Dich auch interessieren

31.12.2025 Mehr Menschen werden Opfer von K.-o.-Tropfen Region (dpa/jal) – Kurz beim Feiern nicht aufgepasst und schnell kann die fröhliche Partynacht zum Alptraum werden: Der Missbrauch von K.-o.-Tropfen macht der Polizei in Baden-Württemberg immer häufiger zu schaffen. Für 2025 rechne man sowohl bei der Zahl der Fälle als auch bei der Zahl der Opfer mit einem Anstieg, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums mit. K.-o.-Tropfen 24.12.2025 Straftaten von Klimaaktivisten deutlich rückläufig Region (dpa/jal) – Sie kleben sich auf der Straße fest, blockieren Zufahrten, montieren Verkehrsschilder ab: Klimaaktivisten haben mit ihren illegalen Aktionen in den vergangenen Jahren auch in Baden-Württemberg für Aufsehen gesorgt. Die Zahl der politisch motivierten Straftaten von Klimaaktivisten im Land ist aber zwischenzeitlich deutlich zurückgegangen. Nach einem Höchststand im Jahr 2023 (insgesamt 239 Straftaten) setzt sich 20.12.2025 Karlsruhe - Schwerpunktkontrolle von VBK und Polizei in der Adventszeit Karlsruhe (pol/nr) - Während Karlsruhe schön weihnachtlich mehrere tausende Besucher empfängt bei seinen zahlreichen Weihnachtsmärkten plante die Polizei und die VBK zusammen eine Schwerpunktkontrolle in den Straßenbahnen und auch bei den Autofahrern. 23.11.2025 Feuer im Karlsruher Europabad sorgt für kurzen Schreckmoment Karlsruhe (er24/jal) – Kurzer Schreckmoment am Samstagnachmittag im Karlsruher Europabad: Gegen 13.15 Uhr kam es im Europabad in der Hermann-Veit-Straße in Karlsruhe zu einem Brandausbruch. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften rückte an.