Rastatt (pm/ms) – An der Ecke Gartenstraße und Hindenburgstraße in Rastatt ging der Blick am Dienstag ganz gezielt nach unten: Dort hat die Stadt erstmals ein Heißwasserdampfgerät eingesetzt, um gegen die Ameisenart Tapinoma magnum vorzugehen. Das Ziel: die Kolonie im Boden zerstören und eine weitere Ausbreitung verhindern.
Das Vorkommen der Ameisenart ist an der Ecke Gartenstraße und Hindenburgstraße bereits bestätigt. Obwohl bei den hohen Temperaturen zunächst nur wenige Tiere zu sehen waren, zeigte sich beim genaueren Hinsehen das Ausmaß der Kolonie. Zwischen Pflanzen und entlang der Wege bewegten sich zahlreiche Ameisen.
Mitarbeitende der Stadt setzten dort erstmals ein Heißwasserdampfgerät ein. Mit einem schmalen, spitzen Aufsatz konnten sie tief in den Boden vordringen. Anschließend wurde heißer Wasserdampf unter die Erde geleitet. Damit sollen die Nester im Untergrund erreicht und die Kolonie bestenfalls vernichtet werden.
Das Gerät kann Wasserdampf mit bis zu 130 Grad Celsius erzeugen. Für die Behandlung gibt es zwei verschiedene Aufsätze. Der spitze Aufsatz bringt den Dampf tief in den Boden. Ein weiterer Aufsatz mit runder Kappe ist für Pflasterflächen oder feste Untergründe gedacht, bei denen kein Eindringen in die Erde möglich ist.
Die Stadt will mit der Behandlung die weitere Ausbreitung der Ameisenart eindämmen. Tapinoma magnum bildet sogenannte Superkolonien mit mehreren Königinnen und sehr vielen Tieren. Je nach Größe und Anzahl der Ameisen können solche Kolonien unter Umständen große Schäden verursachen.
Bislang gibt es in Rastatt eine bestätigte Stelle mit Tapinoma magnum: die Ecke Gartenstraße und Hindenburgstraße. Zwei weitere Verdachtsfälle werden derzeit von der Stadt geprüft.
Sollte sich dort ebenfalls Tapinoma magnum nachweisen lassen, soll die Dampfbehandlung auch an diesen Orten eingesetzt werden.
Einwohnerinnen und Einwohner können mögliche Vorkommen über den Mängelmelder der Stadt Rastatt melden. Für eine erste Untersuchung werden die Ameisen mit einer süßlichen Locksubstanz, zum Beispiel Honig, auf eine helle Unterlage gelockt und fotografiert. Auf den Bildern lassen sich bereits wichtige Merkmale erkennen.
Für eine eindeutige Bestimmung wird zusätzlich eine Probe an das Naturkundemuseum Karlsruhe geschickt.
Die Stadt setzt das Heißwasserdampfgerät ausschließlich auf öffentlichen Flächen ein. Auf privaten Grundstücken können Eigentümerinnen und Eigentümer die Ameisen ebenfalls durch das Naturkundemuseum Karlsruhe bestimmen lassen. Die anschließende Behandlung zur Eindämmung müssen sie aber selbst übernehmen.
Tapinoma magnum, auch Große Drüsenameise genannt, stammt aus dem Mittelmeerraum. In Kehl wurde sie 2020 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Seitdem breitet sie sich in Süddeutschland aus.
Die Ameisenart kann in kurzer Zeit Superkolonien mit bis zu 1.000 Königinnen bilden. Eine Kolonie kann bis zu eine Million Tiere stark sein und sich über mehrere Hektar ausbreiten.
Mehr Informationen zu den Merkmalen und zum richtigen Vorgehen gibt es auf der städtischen Website unter: www.rastatt.de/ameise-tapinoma-magnum