Gaggenau (pm/dk) – Ratten im Stadtgebiet sollen in Gaggenau auch in den kommenden Monaten gezielt bekämpft werden. Der Bau- und Umweltausschuss hat dafür jetzt erneut die Firma Rockstroh aus Bad Rappenau beauftragt. Klar ist für die Stadt aber auch: Dauerhaft verschwinden die Tiere nur dann, wenn sie weder Futter noch Unterschlupf finden.
Der Bau- und Umweltausschuss hat die Rattenbekämpfung für die nächsten 20 Monate wieder an die Firma Rockstroh aus Bad Rappenau vergeben. Das Unternehmen ist bereits seit 2018 für die Stadt tätig und hatte bei der Ausschreibung das einzige Angebot abgegeben.
Um Mietkosten zu sparen, hat die Stadt inzwischen eigene Köderboxen gekauft.
Für die systematische Rattenbekämpfung gelten nach Angaben der Stadt strenge Vorgaben des Umweltbundesamtes. Giftköder dürfen demnach nur dann ausgelegt werden, wenn Ratten auch tatsächlich nachgewiesen wurden.
Im Stadtgebiet gibt es 65 fest eingebaute und zehn flexible Köderstationen. Diese werden zunächst mit Lockködern bestückt, alle zwei Wochen kontrolliert und dabei wird auch die Abfraß-Rate dokumentiert. Werden die Lockköder angefressen, tauscht geschultes Personal sie gegen Giftköder aus.
Dass trotz der Bekämpfung weiterhin Ratten über Straßen huschen, kann laut Stadt daran liegen, dass die Tiere die Köder nicht annehmen. Das sei dann der Fall, wenn sie an anderer Stelle einfacher an Nahrung kommen.
Die Stadt macht deshalb deutlich: Die Maßnahmen können nur erfolgreich sein, wenn die Köder attraktiver sind als andere Futterquellen in der Umgebung. Anders gesagt: Ratten dürfen nirgendwo Nahrung finden.
Die Stadt nennt mehrere Punkte, mit denen Bürgerinnen und Bürger dazu beitragen können, Ratten fernzuhalten. Abfallbehälter sollten immer fest verschlossen sein. Müll gehöre nur in die Tonnen und nicht daneben. Speisereste sollten in der Biotonne entsorgt werden, nicht auf dem Kompost oder in der Toilette.
Auch offene Futterquellen für Haustiere oder Vögel sollten vermieden werden. Wichtig seien außerdem Hygiene und Sauberkeit im direkten Wohnumfeld. Öffnungen in Erdbodennähe sollten mit engmaschigen Gittern verschlossen werden.
Zudem ruft die Stadt dazu auf, keine Tiere in Parks, Grünanlagen oder auf öffentlichen Plätzen zu füttern. Schäden an Kanalrohren, Drainageleitungen, Hausanschlüssen, Regenfallrohren oder Bodenabläufen sollten behoben werden, weil sie Ratten ideale Zugänge bieten können. Auch Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten auf dem eigenen Grundstück sollten vermieden werden.
Die Anschaffung der Köderstationen kostete laut Stadt rund 50.000 Euro. Eine jährliche Miete hätte bei 39.000 Euro gelegen.
Mit eigenen Boxen kostet die Rattenbekämpfung im Stadtgebiet jetzt jährlich etwa 115.000 Euro. Das Angebot der Firma Rockstroh lag bei knapp 191.000 Euro für den Zeitraum von April 2026 bis Dezember 2027.
Für die Bekämpfung von Ratten auf Privatgrundstücken sind nach Angaben der Stadt die Grundstückseigentümer verantwortlich. Die Stadtverwaltung rät dazu, dafür einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen.