Südwesten (dpa/svs) – Seit Mitternacht gibt es keinen Tankrabatt mehr – und das merken Autofahrer direkt an der Zapfsäule. Schon am Morgen lagen die Spritpreise deutlich höher als noch am Tag zuvor. Mittlerweile zahlen wir für den Liter Benzin und Diesel meistens wieder über 2 Euro.
Nach Angaben des ADAC war Superbenzin der Sorte E10 am Mittwoch um 8 Uhr im Schnitt 13,4 Cent teurer als zur gleichen Zeit am Dienstag. Bei Diesel fiel der Anstieg sogar noch stärker aus: Hier waren es 15,6 Cent mehr pro Liter.
Ein Liter Super E10 kostete am Morgen bundesweit im Schnitt 1,971 Euro. Diesel lag bei 1,913 Euro pro Liter. Sollte sich die Preisentwicklung im Laufe des Tages ähnlich verhalten wie in den vergangenen Monaten, könnte zumindest Benzin wieder über die Marke von 2 Euro pro Liter steigen. Sicher ist das aber nicht.
Der Tankrabatt war um Mitternacht ausgelaufen. Eigentlich dürfen Tankstellen ihre Preise wegen der sogenannten 12-Uhr-Regel nur einmal am Tag erhöhen – und zwar um 12 Uhr. Preissenkungen sind dagegen jederzeit erlaubt.
Viele Tankstellen hatten die Preise am Dienstagmittag offenbar stark angehoben und danach nur wenig gesenkt. Normalerweise fallen die Preise nach dem Mittagssprung im Laufe des Nachmittags und am Abend wieder deutlich. Dieses Mal blieb dieser Rückgang aber weitgehend aus.
So wurde der Sprit im Vergleich zum jeweiligen Zeitpunkt am Vortag immer teurer: Am frühen Dienstagnachmittag lag der Aufschlag laut ADAC noch bei 5 bis 7 Cent, am Abend bereits bei 12 bis 15 Cent und am Mittwochmorgen dann bei den nun gemeldeten Werten.
Der ADAC sieht die Entwicklung kritisch. Die Rücknahme des Tankrabatts sei damit ungerechtfertigt vorweggenommen worden. Das Vorgehen sei fragwürdig, «denn noch befindet sich vielerorts günstiger versteuerter Kraftstoff in den Tanks der Tankstellen». Deshalb hätten die Preise nicht schon am letzten Junitag so deutlich steigen dürfen.
Am Mittwochmorgen gab es vereinzelt noch Tankstellen mit Preisen unter 1,80 Euro – vor allem bei Diesel. Mit der Preiserhöhung am Mittwochmittag dürften viele dieser günstigeren Angebote allerdings verschwinden.
Der Tankrabatt galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Der Staat rechnete in früheren Schätzungen mit Steuermindereinnahmen von rund 1,6 Milliarden Euro.
Im Juni hatte der Tankrabatt noch spürbar gewirkt. Zusammen mit wieder sinkenden Ölpreisen sorgte das laut ADAC für den günstigsten Tankmonat seit Ausbruch des Iran-Kriegs. Super E10 kostete im Juni im Monatsschnitt 1,870 Euro pro Liter. Das waren 11,3 Cent weniger als im Mai und 23,9 Cent weniger als im April, dem bislang teuersten Monat. Diesel lag im Juni im Schnitt bei 1,818 Euro pro Liter. Das waren 17,3 Cent weniger als im Mai und 44,5 Cent weniger als im besonders teuren April.