Karlsruhe (dpa/tk) – Späte Regenfälle helfen besonders Herbstgemüse wie Kohlrabi oder lassen die Äpfel größer werden. Doch die viele Trockenschäden sind nicht mehr aufzuholen.
Der nach langer Trockenperiode endlich gefallene und in den nächsten Tagen noch erwartete Regen bringt Pflanzen und Tieren etwas Erleichterung, wird bereits angerichtete Schäden aber nicht wettmachen können. Dafür sind die aktuell vorhergesagten Regenmengen zu gering und kommen vielerorts auch schlicht zu spät, wie Experten sagen.
«Viele Laichgewässer für Amphibien sind ausgetrocknet und der Nachwuchs dahin», sagt Artenschutzreferent Martin Klatt von der Naturschutzorganisation Nabu. Da, wo keine Reproduktion stattgefunden habe, werde auch keine mehr stattfinden, ergänzt Nabu-Reptilien- und Amphibienexperte Hubert Laufer – «egal wieviel es jetzt noch regnet». Auch für die Eierproduktion der Amphibien für das kommende Jahr sehe es schlecht aus.
Für die Schifffahrt am Oberrhein ändert das bisschen Regen im Wesentlichen ebenfalls zunächst nichts. Das, was jetzt passiere, seien zwar ein paar Schauer. Aber für die Gesamtsituation am Oberrhein «ist es ein Tropfen auf dem heißen Stein», sagt Benjamin Sinaba, Fachgebietsleiter Schifffahrt beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Oberrhein.
Hoffen können Obstbauern oder manche Landwirte – «Regen würde den Landwirten auch jetzt noch helfen – allerdings sehr unterschiedlich, je nach Region, Boden und Kultur», so eine Sprecherin des Landesbauernverbandes. Profitieren würden demzufolge spätere Herbstkulturen, insbesondere Gemüse wie Kraut und andere Kohlarten.
Laut dem Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband profitieren auch etwa die Äpfel vom Regen – insbesondere die Spätsorten. «Sie gewinnen an Fruchtgröße», wie ein Sprecher sagt. Außerdem stärkten Niederschläge die Obstbäume mit Energie – «das ist mit Blick auf die kommende Saison wichtig.»