Karlsruhe (dpa/lsw) – Balkonsolaranlagen sind so gefragt wie nie: Leistungsstärkere Module und einfache Installation sorgen für einen Boom in Baden-Württemberg.
Mehr Leistung, gefallene Preise und Verfügbarkeit bei Discountern, Baumärkten oder Möbelhäusern: Immer mehr Steckersolargeräte sind an den Balkonen und Terrassen in Baden-Württemberg installiert. Im Jahr 2025 kamen 59.234 der Mini-Photovoltaik-Anlagen von Privatpersonen hinzu, die sie an ihrem Balkon oder auf ihrer Terrasse anbrachten, wie die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) und das Solar Clusters Baden-Württemberg in Karlsruhe mitteilten. Die neu installierte Leistung liege bei 71 Megawatt – das sind 3,5 Prozent des gesamten Zubaus im Land im vergangenen Jahr.
Ein solches Balkonkraftwerk zu installieren ist inzwischen relativ leicht. Mieter und Wohnungseigentümer müssen ihren Vermieter beziehungsweise ihre Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) vor dem Anbringen des Geräts weiterhin um Erlaubnis bitten. Diese können den Wunsch aber nur noch in Ausnahmefällen ablehnen.
Sind die Solarmodule mit einem Wechselrichter versehen, kann die Anlage in der Regel über eine handelsübliche Steckdose in Betrieb genommen werden. Seit Ende 2025 geht das bei einer Leistung der Module von bis 960 Watt mit einem haushaltsüblichen Schuko-Stecker. Bei einer höheren Leistung der Module sei der Wieland-Stecker Pflicht, teilten KEA-BW und das Solarcluster Baden-Württemberg weiter mit. Dafür braucht es eine spezielle Steckdose, die in der Regel der Elektriker installiert.
Die Anlage muss nicht mehr beim Netzbetreiber angemeldet werden. Es reicht laut Mitteilung die Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur aus. Die Behörde reicht die Anmeldung dann an den Netzbetreiber weiter.