Karlsruhe (pm/dk) – Eigentlich hätte die modernisierte Stadthalle in dieser Woche, also Ende November, wieder eröffnen sollen. Daraus wird aber nichts. Beim aktuellen Baustand sind zwar deutliche Fortschritte zu sehen, trotzdem muss der Zeitplan erneut geprüft werden. Das ist jetzt auch Thema im gemeinderätlichen Begleitgremium gewesen.
Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz und Baubürgermeister Daniel Fluhrer haben gemeinsam mit dem Gesamtplaner der SSP AG über den Stand der Arbeiten informiert. Seit September 2025 lag der Fokus darauf, die Arbeiten so weit abzuschließen, dass Abnahmen sicherheitsrelevanter Anlagen noch 2025 stattfinden können. Im ersten Quartal 2026 sollen dann mögliche Mängel behoben werden. Weiterhin ist das Ziel, im ersten Quartal 2026 den baulichen und genehmigungstechnischen Abschluss zu erreichen.
Mehrere Punkte sorgen dafür, dass der komplexe Terminplan noch einmal überprüft werden muss. In den Foyers der Untergeschosse gab es einen Wasserschaden, der umfangreiche Reparaturen nach sich zieht. Zusätzlich wurde ein weiterer Wassereintritt in einer Fuge im Foyer E-1 Süd entdeckt. Dieser hängt mit einem Baufehler aus den 80er Jahren zusammen und wurde erst sichtbar, als dort der Fußbodenaufbau entfernt war. Die Stadt geht davon aus, dass dieser Schaden zügig mit punktuellen Betonverpressungen behoben werden kann.
Außerdem gibt es eine Firmen-Rückrufaktion von Linear-Rauchmeldern im Luftraum des Foyers. Auch die Herstellung der Saaltüren und deren elektronische Bestückung wirken sich auf die Abfolge der Abnahmen aus.
Ein Asbestverdacht in Brandschutztüren hat sich zwar nicht bestätigt. Allerdings wurde im Bodenaufbau der Untergeschosse Material mit künstlichen Mineralfasern (KMF) gefunden. Dafür mussten Schwarzbereiche eingerichtet werden, um die kontaminierten Flächen abzutrennen. Auch das hat Einfluss auf den eng getakteten Ablauf der Abnahme- und Inbetriebnahme-Termine.
Trotz dieser zusätzlichen Herausforderungen gehen die Arbeiten laut Stadt zügig voran. Viele Oberflächen werden geschlossen, die Malerarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Hinweislogos sind bereits angebracht, digitale Info-Kuben laufen in ersten Bildschirmtests. Die Feinmontagen der letzten Leuchten und Steckdosen sollen bald fertig sein, parallel wird das Gebäude grundgereinigt.
Auch außen tut sich was: Die Baustelleneinrichtung wird sichtbar zurückgebaut. Das Containerdorf ist Ende September von der Nordseite des Festplatzes in die kleinere Nord-Ost-Ecke umgezogen und dabei um etwa 70 Prozent verkleinert worden. Eine kleine Containerfläche bleibt noch auf dem Brunnenplatz.
Ein großer Brocken sind die sicherheitsrelevanten Abnahmen. Im Mittelpunkt stehen Entrauchungsanlagen, die Löschtechnik mit dem Sprinklernetz und die Brandmeldeanlagen. Besonders anspruchsvoll sind rund 900 neue oder aufgearbeitete Türen, die meist elektronisch gesteuert werden und mit den Sicherheitssystemen zusammenspielen müssen. Insgesamt wurden etwa 1.200 Brandmelder, 2.000 Sprinklerköpfe und 400 Sicherheitsleuchten eingebaut.
Sehr komplex ist außerdem die Prüfung der Brandfallsteuermatrix. Dabei wird getestet, ob alle Anlagen in einem Brandfall in der richtigen Prozessabfolge zusammenarbeiten. Erst wenn diese Prüfung abgeschlossen ist, kann das Bauordnungsamt die endgültige Nutzungserlaubnis erteilen.
Mit der Fertigstellung steht die Stadthalle wieder als wichtigste repräsentative Lokalität im Zentrum zur Verfügung – für Bürger, Gäste sowie regionale und überregionale Veranstaltungen. Auch Nachhaltigkeit ist Teil des Konzepts: Geothermie wird für Heizen und Kühlen genutzt, beide Dachflächen sind mit Photovoltaik belegt. Neue technische Anlagen sollen später deutlich Energie sparen. Nach Abschluss der Arbeiten soll sich die Stadthalle wieder als citynahes Herzstück des Karlsruher Kongresszentrums präsentieren.