Sicher baden im Südwesten: Darauf solltet Ihr an Seen und Flüssen achten

29. Mai 2026 , 08:12 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Sommer, Sonne, Abkühlung: In Baden-Württemberg ziehen Seen und Flüsse viele Menschen ans Wasser. Doch gerade natürliche Gewässer können gefährlich werden. DLRG und Gesundheitsministerium geben deshalb klare Hinweise, worauf beim Baden geachtet werden sollte.

DLRG rät von unbewachten Seen und Flüssen ab

Grundsätzlich gilt: An unbewachten Seen und an allen Flüssen rät die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft vom Baden oder Schwimmen ab.

Der DLRG Landesverband Baden schreibt:
«Bei Flüssen besteht allein schon aufgrund der Strömung erhöhtes Risiko»

Besonders gefährlich kann es demnach im Umfeld von Wehren, Wasserfällen und künstlichen Dämmen werden. Flüsse mit Schifffahrt sollten möglichst gemieden werden.

Zu Bundeswasserstraßen wie Rhein und Neckar heißt es von der DLRG:
«Vom Schwimmen in Bundeswasserstraßen wie dem Rhein oder dem Neckar raten wir grundsätzlich ab.»

Auch bei Main und Donau gilt: Baden nur in ausgewiesenen Flussbädern.

Flüsse werden meist nicht kontrolliert

Auch aus hygienischer Sicht ist Baden in Flüssen laut Gesundheitsministerium mit Risiken verbunden. In viele größere Flüsse im Südwesten werden unter anderem gereinigte Abwässer aus kommunalen Kläranlagen eingeleitet.

Das Landesgesundheitsamt rät deshalb generell vom Baden in Fließgewässern ab. Der Grund: Mit Ausnahme weniger ausgewiesener Badestellen werden diese amtlich nicht kontrolliert. Dadurch sei nicht auszuschließen, dass mikrobiologische Verunreinigungen oberhalb der Grenzwerte vorliegen.

Seen: Am besten nur mit Aufsicht baden

Bei Seen empfiehlt die DLRG, möglichst nur an Badestellen mit Aufsicht ins Wasser zu gehen.

Gefahren gibt es auch dort: steil abfallende Ufer, abrutschende Ufer an Baggerseen, Unterwasserpflanzen und andere Hindernisse unter Wasser. Besonders bei trübem Wasser können solche Stellen schwer zu erkennen sein.

Als besonders gefährlich gelten Seen, an denen noch Kies abgebaut wird. Dazu zählt laut DLRG auch der stark besuchte Epplesee im Landkreis Karlsruhe. Badeverbote sollten unbedingt beachtet werden.

Nicht einfach irgendwo ins Wasser springen

Wichtig ist laut DLRG: Nur dort hineinspringen, wo klar zu sehen ist, was unter der Wasseroberfläche liegt. Außerdem sollte man über das Ufer langsam ins Wasser gehen, damit sich der Körper an die Temperatur gewöhnen kann.

Die Naturschutzorganisation BUND rät zudem, nur über offene Ufer ins Wasser zu gehen, also ohne Röhricht- oder Pflanzenbewuchs. Das schützt unter anderem Wasservögel, besondere Pflanzen und laichende Frösche.

Wasserqualität: Zwei Problemgewässer im Land

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben fast alle Seen und Flüsse in Baden-Württemberg eine gute Wasserqualität.

Aktuell gibt es mit Blick auf die Wasserqualität zwei Problemgewässer: den Badesee Schießtal in Schwäbisch Gmünd und den Metzisweiler Weiher in Bad Wurzach. Beide weisen laut Ministerium bei der hygienischen Bewertung einen mangelhaften Zustand auf.

Insgesamt werden 312 Badestellen in Baden-Württemberg überwacht. Das Ministerium empfiehlt, nur ausgewiesene Badestellen zu nutzen. Dort wird der hygienische Zustand regelmäßig kontrolliert. Infos zur aktuellen Wasserqualität und zu möglichen Gefahren gibt es an Infotafeln, Warnschildern vor Ort und über die Badegewässerkarte des Landes.

Was tun, wenn im Wasser etwas passiert?

Wenn die Kraft ausgeht, empfiehlt die DLRG die Position „toter Mann“: entspannt auf dem Rücken liegen. So bleibt der Kraftverbrauch im Wasser niedrig.

Bei Krämpfen sollte man versuchen, schnell ans Ufer zu schwimmen oder den Krampf im Wasser durch Dehnung zu lösen. Bei einem Wadenkrampf rät die DLRG, sich auf den Rücken zu legen, an die Fußspitze zu fassen und diese zum Körper zu ziehen. Die freie Hand drückt knapp oberhalb der Kniescheibe auf den Oberschenkel, damit das Bein gestreckt wird. Danach sollte man das Wasser möglichst schnell verlassen, weil der Krampf wieder auftreten kann.

Bei Strömung gilt: Nicht dagegen anschwimmen. Besser ist es laut DLRG, sich im Notfall mit der Strömung treiben zu lassen und langsam schräg mit der Strömung ans Ufer zu kommen.

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