Schwimmunterricht ohne Rettungsfähigkeit? Land lässt prüfen

16. September 2026 , 15:01 Uhr

Baden-Baden (dpa/tk) – Wer Schülern Schwimmen beibringt, muss im Notfall Leben retten können. Ein Verdacht aus der Region sorgt eine landesweite Überprüfung.

Rettungsschwimmernachweis illegal vergeben?

Um sicheren Schwimmunterricht gewährleisten zu können, lässt das Land die Rettungsfähigkeit von Lehrerinnen und Lehrern überprüfen. Anlass sind nach Angaben des Kultusministeriums in Stuttgart Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Ausstellung von Rettungsschwimmernachweisen. Konkret sei bislang ein Fall bekannt.

Unter anderem sollen nun Schulleitungen explizit sicherstellen, dass nur Lehrkräfte Schwimmunterricht erteilen, die eine Aus- oder Fortbildung zur Rettungsfähigkeit im Umfang von mindestens zwölf Unterrichtseinheiten absolviert und/oder das Rettungsschwimmerabzeichen Silber erworben haben. Bestehen Zweifel an der Rettungsfähigkeit, sollen die Menschen bis zum erneuten Nachweis nicht im Schwimmunterricht eingesetzt werden.

Fall aus Raum Baden-Baden

«Die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler steht an erster Stelle», betonte Ministerialdirektor Manuel Geiger. «Deshalb werden alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um schnellstmöglich Klarheit zu schaffen und einen sicheren Schwimmunterricht zu gewährleisten.»

Das Ministerium verweist auf einen «gesicherten» Fall aus dem Raum Baden-Baden, in dem eine Prüferin aus dem Bereich der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) unrechtmäßig eine Bescheinigung ausgestellt habe, obwohl nachgewiesenermaßen keine Rettungsfähigkeit bestanden habe. Bislang sei nur dieser eine Fall bekannt, betonte das Ministerium.

DLRG unterstützt Aufklärung

Es werde nun landesweit geprüft, ob es weitere Fälle gebe. Auch die Staatsanwaltschaft wurde den Angaben nach eingeschaltet.

Der Präsident des DLRG-Landesverbands Baden, Felix Strobel, sicherte Unterstützung zu. «Die Rettungsschwimmausbildung der DLRG folgt strengen, verbindlichen Vorgaben an Umfang, Inhalt und Abnahme der Abzeichen», erklärte er. Bestünden Zweifel an der Einhaltung dieser Standards, solle dies aufgeklärt werden – «auch im Interesse der vielen engagierten Ausbilderinnen und Ausbilder, die täglich landesweit für eine hohe Ausbildungsqualität sorgen».

Anzeige
Baden-Baden Baden-Württemberg Betrug DLRG Kinder Kultusministerium Land Rettungsschwimmer Schwimmen Schwimmlehrer Stuttgart

Das könnte Dich auch interessieren

20.08.2026 Land will Medienkompetenz ab Klasse 1 stärken Stuttgart (dpa/tk) - Wie umgehen mit Social Media? Baden-Württemberg setzt auf Medienbildung. Dabei sieht die Regierung auch Lehrkräfte, Eltern und Plattformen in der Pflicht. 23.09.2025 DLRG-Bilanz des Sommers - weniger Menschen im Südwesten ertrunken Stuttgart (dpa/tk) - Wo gebadet wird, gibt es auch Badeunfälle und leider auch Menschen, die ertrinken. In diesem Jahr waren es in Baden-Württemberg weniger als 2024 - allerdings nicht in allen Altersgruppen. 06.08.2026 Niedrigwasser birgt Lebensgefahr: Landratsamt und DLRG warnen vor Baden im Rhein Rastatt (pm/tk) - Der derzeit niedrige Wasserstand vermittelt einen trügerischen Eindruck von Sicherheit. Das Landratsamt Rastatt und die DLRG Bezirk Mittelbaden warnen eindringlich davor, den Rhein zur Abkühlung zu nutzen. Gleichzeitig zieht die DLRG Zwischenbilanz der Badetoten in diesem Jahr. 28.07.2026 Zum Ferienstart: KVV passt Busfahrpläne am letzten Schultag an Region (pm/tk) - Da am letzten Schultag der Unterricht etwas früher als üblich endet, passt der KVV auf zahlreichen Buslinien die Fahrpläne an. So können die Kinder direkt nach Unterrichtsschluss ihre Heimfahrt antreten.