Karlsruhe (pm/dk) – Sie gelten als Sommerboten, Glücksbringer und nützliche Helfer gegen Mücken und Blattläuse: Mit den wärmeren Tagen kehren auch die Schwalben zurück. Doch in Karlsruhe werden die Tiere immer seltener. Die Stadt ruft deshalb dazu auf, Nester zu schützen und Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer besser über Hilfen und Regeln zu informieren.
„Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“ – mit diesem Satz erinnert die Stadt an die besondere Bedeutung der Vögel. Früher seien Schwalben hierzulande als Glücksbringer und Beschützer des eigenen Hauses verehrt worden.
Gleichzeitig haben sie auch ganz praktischen Nutzen: Im Sommer helfen sie dabei, Mücken- und Blattlausplagen einzudämmen. Außerdem zeigen Schwalben laut Stadt durch ihre Anwesenheit, dass die Natur in der Umgebung noch in einem vergleichsweise guten Zustand ist. Denn dort gibt es dann noch Nahrung, Nistmaterial und funktionierende ökologische Prozesse.
Nach Angaben der Stadt gehen die Bestände nicht nur in Europa und in Deutschland zurück, sondern auch in Karlsruhe. Besonders betroffen sind demnach die dörflichen Randbereiche der Stadt, Gebiete in Rheinnähe und die Höhenstadtteile.
Dort dünnen sich die letzten Vorkommen laut Stadt drastisch aus. Als Hauptgrund wird der zunehmende Verlust geeigneter Nistmöglichkeiten genannt.
Ein Problem: Immer wieder werden Nester entfernt. Teilweise, weil sich Menschen am Kot der Tiere stören, teilweise bei Renovierungen und Sanierungen.
Die Stadt macht dabei deutlich, dass viele nicht wissen, dass das verboten ist. Wer Nester ersatzlos entfernt, macht sich strafbar – auch dann, wenn die Schwalben gerade nicht anwesend sind.
Dabei gibt es nach Angaben der Stadt Möglichkeiten, Schwalben und Gebäude besser miteinander zu vereinbaren. Genannt werden zum Beispiel Kotbrettchen, die Fassaden schützen können. Auch Kunstnester können helfen, wenn Renovierungen in geeigneten Zeiträumen geplant werden.
Unterstützung gibt es dabei vom Umwelt- und Arbeitsschutz sowie vom Naturschutzbund NABU.
Wer mehr über Mehlschwalben wissen möchte, kann sich an den Umwelt- und Arbeitsschutz, Fachbereich Ökologie, wenden. Erreichbar ist die Stelle telefonisch unter 0721 133-3101 oder per Mail an umwelt-arbeitsschutz(at)karlsruhe.de.