Enzkreis (pol/svs) – Eine Seniorin aus dem nördlichen Enzkreis ist Opfer eines Schockanrufs geworden. Die 88-Jährige hat einem bislang unbekannten Mann Bargeld und Wertgegenstände übergeben. Die Kriminalpolizei sucht jetzt Zeugen.
Nach bisherigen Ermittlungen rief eine unbekannte Frau bei der 88-Jährigen an. Sie behauptete, die Tochter der Seniorin habe einen Verkehrsunfall verursacht. Dabei seien angeblich eine Frau und zwei Kinder gestorben. Eine vermeintliche Rechtsanwältin forderte am Telefon eine Kaution. Damit sollte angeblich verhindert werden, dass die Tochter der Seniorin in Haft muss.
Das Telefonat dauerte längere Zeit. Die Seniorin wurde dadurch in große Sorge versetzt. Schließlich übergab sie an ihrem Gartenzaun Bargeld und Wertgegenstände an einen Komplizen. Der Schaden liegt laut Polizei im niedrigen fünfstelligen Eurobereich.
Die Polizei beschreibt den gesuchten Mann so: Er ist männlich, etwa 25 Jahre alt, schlank, ungefähr 1,70 Meter groß und hat braune Haare. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.
Zeugen, die am Freitag, 29. Mai 2026, verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zu dem gesuchten Mann geben können, sollen sich beim Kriminaldauerdienst melden. Telefon: 07231 186-4444
Aus aktuellem Anlass gibt die Polizei erneut Tipps gegen Telefonbetrug. Wer unsicher ist, sollte die 110 wählen und nicht die Rückruftaste nutzen. Außerdem rät die Polizei, aufzulegen, wenn man sich am Telefon unter Druck gesetzt fühlt.
Angehörige sollten unter der bekannten Nummer zurückgerufen werden. Persönliche und finanzielle Verhältnisse sollten am Telefon nicht besprochen werden. Geld oder Wertsachen sollten niemals an unbekannte Personen übergeben werden.
Wichtig ist auch: Die Behandlung eines Unfallopfers ist niemals von einer vorherigen Geldzahlung abhängig.