Romance-Scamming erkennen: So schützt Ihr Euch vor Liebesbetrug im Netz

13. Juni 2025 , 14:19 Uhr

Enzkreis (pol/dk) –  Eine nette Nachricht bei Facebook, ein charmantes Lächeln im Dating-Profil – und plötzlich scheint da jemand zu sein, der wirklich Interesse hat. Doch was nach Romantik aussieht, entpuppt sich manchmal als raffinierte Masche: Romance-Scamming. Betrügerinnen und Betrüger nutzen gezielt emotionale Nähe aus, um an Geld oder Wertgegenstände zu kommen. Im Enzkreis konnte die Polizei nun einen besonders schweren Fall in letzter Minute stoppen – und gibt wichtige Tipps, wie Ihr Euch schützt.

Flirtpartnerin baut Vertrauen auf

Ein Mann war über eine Social-Media-Plattform mit einer Frau in Kontakt gekommen. Über Wochen hinweg entstand ein enger Austausch, der sich immer weiter emotional auflud. Die angebliche Flirtpartnerin schaffte es, Vertrauen aufzubauen – und forderte dann Geld und Elektronikartikel. In mehreren Fällen kam der Mann diesen Bitten nach. Die Polizei wurde aktiv, als eine weitere Lieferung unterwegs war: ein Elektrogerät plus Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich. Glücklicherweise konnte die Sendung noch gestoppt werden.

Wie Romance-Scamming funktioniert

Die Täterinnen und Täter erstellen Fake-Profile auf Dating-Plattformen oder in sozialen Netzwerken. Dabei geben sie sich als besonders vertrauenswürdige Menschen aus – Ärztinnen, Soldaten, Krankenschwestern, Unternehmer oder Architekten. Die Fotos sind oft gestohlen, die Geschichten frei erfunden. Und: Die Sprache wirkt oft seriös und charmant. So entstehen schnell intensive Online-Beziehungen.

Ziel ist es, dass das Opfer emotional gebunden ist – dann kommen Bitten um Geld, Hilfe bei einem Visum oder der Versand von Paketen. Manchmal sollen sogar gemeinsame Konten eröffnet oder Ausweisdokumente übermittelt werden.

Die Polizei rät: Achtet auf diese Warnzeichen

Um nicht Opfer zu werden, solltet Ihr folgende Hinweise beachten:

  1. Auffällige Kontaktaufnahme:
    Viele Scammer melden sich mit einer kurzen Nachricht auf Englisch oder in ungewöhnlich formeller Sprache. Achtung bei Chatnamen mit Sonderzeichen – dahinter steckt oft Schadsoftware.

  2. Übertrieben schnelle Gefühle:
    Bereits nach wenigen Nachrichten kommen große Liebesbekundungen oder gar Heiratsversprechen. Häufig wird man als „Ehemann“ oder „Ehefrau“ angesprochen – obwohl man sich noch nie gesehen hat.

  3. Auffällige Biografien:
    Männer geben sich als Offiziere, Ingenieure oder Ärzte aus – häufig mit angeblichem Wohnsitz in den USA oder Europa. Frauen präsentieren sich als hübsche Ärztinnen, Lehrerinnen oder Geschäftsreisende. Viele behaupten, Russinnen oder Südamerikanerinnen zu sein.

  4. Emotionale Manipulation:
    Es wird schnell um Hilfe gebeten: für ein angebliches Visum, eine Operation, ein krankes Kind oder ein gesperrtes Konto. Wird kein Geld überwiesen, folgt Druck – oft mit Schuldgefühlen oder angedrohter Trennung.

  5. Bitten um Geld, Pakete oder Daten:
    Opfer sollen Geld überweisen, Pakete verschicken oder sogar Dokumente wie Ausweise einsenden. Diese Daten werden oft für Betrügereien missbraucht.

Was Ihr tun könnt, wenn Ihr unsicher seid

  • Gebt den Namen Eures Chatpartners bei Google ein – oft erscheinen Warnhinweise.

  • Nutzt die Bildersuche, um zu prüfen, ob das Profilbild gestohlen ist.

  • Nutzt für Dating-Plattformen eine alternative E-Mail-Adresse.

  • Blockiert verdächtige Kontakte sofort.

  • Sichert Nachrichtenverläufe und erstattet Anzeige bei der Polizei.

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