Ettlingen (pm/dk) – Mit starken Besucherzahlen und einem neuen Vorverkaufsrekord endet bei den Schlossfestspielen Ettlingen eine Ära: Nach acht Jahren verabschiedet sich Intendantin Solvejg Bauer. Die Saison 2026 erreichte eine Gesamtauslastung von rund 90 Prozent und zählte knapp 60.000 Besuche.
Insgesamt verzeichneten die Schlossfestspiele in diesem Jahr 59.224 Besuche, Stand 3. August 2026. Gleichzeitig gab es nach Angaben der Festspiele den besten Vorverkauf ihrer Geschichte.
Die Saison stand unter dem Motto „The In-Between“ und beschäftigte sich mit Übergängen im Leben – etwa zwischen Kindheit und Erwachsensein, Herkunft und Zugehörigkeit oder Begrenzung und Aufbruch. Das Motto nahm zugleich Bezug auf den bevorstehenden Wechsel an der Spitze der Schlossfestspiele.
Musiktheater spielte in diesem Sommer eine besonders große Rolle. „West Side Story“ lockte in 24 Vorstellungen rund 18.000 Besucherinnen und Besucher an und kam auf eine Auslastung von knapp 98 Prozent.
„Carmina Burana“ erreichte nahezu 99 Prozent Auslastung und gehörte damit zu den größten Publikumserfolgen der Saison. Gleichzeitig war die Produktion der Abschluss der langjährigen Zusammenarbeit mit Bürger- und Kinderchor.
Auch die wiederaufgenommene King-of-Pop-Show „Black or White“ kam auf mehr als 90 Prozent Auslastung. Das Familienstück „Peter Pan“ begeisterte bei 24 Vorstellungen fast 15.000 Besucherinnen und Besucher. Mit Ödön von Horváths „Hin und Her“ war außerdem Schauspiel Teil des Programms.
Eine besondere Herausforderung waren in diesem Sommer die hohen Temperaturen. Die Schlossfestspiele reagierten unter anderem mit kostenlosem Wasser, medizinischer Betreuung und zusätzlichen Schattenbereichen.
Die Besucherzahlen seien dadurch nicht beeinträchtigt worden.
Der Planwert für das Gesamtbudget 2026 liegt einschließlich interner Verrechnungen bei knapp 2,7 Millionen Euro. Die Stadt Ettlingen übernimmt davon einen Zuschuss von maximal 1,19 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit 350.000 Euro.
Die Gesamteinnahmen der Spielzeit liegen bei gut 1,4 Millionen Euro. Die Schlossfestspiele geben ihre Eigenrentabilität mit 52 Prozent an.
Oberbürgermeister Johannes Arnold würdigt die Entwicklung der vergangenen Jahre:
„Die Schlossfestspiele sind ein kulturelles Aushängeschild unserer Stadt und entfalten weit über Ettlingen hinaus eine große Strahlkraft. Dass wir dieses vielseitige und anspruchsvolle Festival auch in Zeiten knapper kommunaler Kassen mit einem erheblichen städtischen Zuschuss ermöglichen, ist eine bewusste Entscheidung für Kultur, Lebensqualität und die Attraktivität unserer Stadt. Dieser Erfolg ist ein Gemeinschaftswerk. Mein Dank gilt dem Gemeinderat für seine verlässliche Unterstützung, allen beteiligten städtischen Ämtern, Dienststellen und Eigenbetrieben für ihren großen Einsatz sowie Solvejg Bauer und dem gesamten Festspielteam für diese außergewöhnliche Spielzeit und die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen acht Jahre.“
Mit dem Ende der Spielzeit 2026 endet auch die achtjährige Intendanz von Solvejg Bauer. Während dieser Zeit wurde das Programm unter anderem um große Opernproduktionen und eine Popsparte erweitert. Gleichzeitig wurden Musical und weitere Bereiche des Festivals ausgebaut.
Zum Abschied zieht Bauer Bilanz:
„Die Zuschauerzahlen der Schlossfestspiele haben sich in den vergangenen acht Jahren nahezu verdoppelt. Das ist das Ergebnis einer Entwicklung, die nur gemeinsam möglich war. Mein herzlicher Dank gilt unserem Publikum, allen Künstlerinnen und Künstlern, den vielen Ehrenamtlichen, unserem gesamten Team und der Stadt Ettlingen, die bereit war, neue Wege mit uns zu gehen. Gemeinsam haben wir die Schlossfestspiele mit großer Vielseitigkeit, Offenheit und dem Mut, immer wieder Neues zu wagen, weiterentwickelt. Ich wünsche dem neuen Team und den Schlossfestspielen von Herzen alles Gute für die Zukunft.“