Region: Fünf Kandidaten im Rennen um Vogel des Jahres

02. September 2022 , 10:00 Uhr

Region (pm/mt) – Ab heute lassen der NABU und sein bayerischer Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) den Vogel des Jahres wieder öffentlich wählen. Jeder kann hier mitbestimmen, wer Jahresvogel 2023 wird. Bis zum 27. Oktober wird gewählt und noch am selben Tag möchte der NABU den Gewinner bekannt geben. „Zuletzt haben bundesweit mehr als 143.000 Menschen bei der Wahl mitgemacht und mit dem Wiedehopf einen waschechten Baden-Württemberger zum Vogel des Jahres 2022 gekürt“, sagt der NABU-Vogelfachmann Stefan Bosch. „Es ist gut und wichtig, dass das Interesse an Naturschutz und der heimischen Vogelwelt so groß ist.“

„Sie alle stehen für Naturschutzthemen“

Mehr als 300 Vogelarten leben in Deutschland. Die Vogelfachleute des NABU haben wieder fünf Arten ausgesucht, unter denen abgestimmt werden kann: Braunkehlchen, Feldsperling, Neuntöter, Teichhuhn und Trauerschnäpper. „Sie alle stehen für Naturschutzthemen, die dringend mehr Aufmerksamkeit brauchen, und die sich auch in den Arbeitsschwerpunkten des NABU in Baden-Württemberg widerspiegeln“, erläutert der NABU-Fachbeauftragte für Vogelschutz. „Die Klimakrise, das Insektensterben, die intensive Landwirtschaft und der Verlust von naturnahem Grün bedrohen die Bestände zahlreicher Vogelarten.“

Und das sind die Kandidaten:

 

Der Trauerschnäpper

Der Trauerschnäpper ist, anders als sein Name vermuten lässt, ein fröhlicher Luftakrobat. Er fängt sein Insekten-Futter im Flug. Doch Insekten gibt es immer weniger. Außerdem hat er ein Zeitproblem: Weil der Frühling durch die Klimakrise immer früher beginnt, geht der Trauerschnäpper oft leer aus bei der Suche nach Bruthöhlen. Kehrt er aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurück, sind viele Baumhöhlen und Nistkästen schon besetzt. Sein Slogan: „Schnappt zu für mehr Klimaschutz!“ In Baden-Württemberg gilt der Trauerschnäpper als stark gefährdet. Es gibt noch rund 2.000 bis 2.900 Brutpaare, schwerpunktmäßig an Rhein, Neckar, Donau und Bodensee.

Der Neuntöter

Dem Neuntöter hat der Volksmund das Image eines Serienkillers verpasst. Das liegt am speziellen Umgang mit seiner Beute: Er spießt Käfer, Heuschrecken und Hummeln an Dornen und Stacheln von Sträuchern und Hecken auf, um sie später zu verzehren. Trotz dieser klugen Vorratshaltung hat der Neuntöter immer weniger zu picken. Das liegt am immensen Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, einer der Hauptursachen für den Insektenschwund. Sein Wahlslogan: „Schnabel auf für mehr Insekten!“ Trotz erheblicher Rückgänge an Bodensee und Donau kommt der Neuntöter noch landesweit vor, mit einem Bestand von 9.000 bis 12.000 Brutpaaren.

Das Teichhuhn

Das Teichhuhn hält sich am liebsten im geschützten Uferdickicht stiller Gewässer auf. Solche grünen Ufer werden jedoch immer weniger. Schilf, Büsche und Bäume müssen oft zubetonierten oder kahlen Flächen weichen, Flüsse werden begradigt. Das Teichhuhn fordert darum: „Lasst es wuchern an Ufern!“ Noch brüten 1.500 bis 2.200 Teichhuhn-Paare im Südwesten.

Das Braunkehlchen

Das Braunkehlchen baut als Wiesenbrüter sein Nest am Boden. Damit hat es schlechte Karten, wenn in der intensiven Landwirtschaft Wiesen häufig gemäht werden und Ackerflächen selten brach liegen. Ungemähte Blühstreifen könnten dem Braunkehlchen sehr helfen. Es tritt mit dem Slogan an: „Wiesen wieder wilder machen!“ Das Braunkehlchen ist in Baden-Württemberg mit wenigen 200 bis 320 Brutpaaren stark gefährdet und kommt nur noch punktuell vor. Das vom NABU betreute Schutzgebiet am Federsee beherbergt 100 Braunkehlchen-Reviere.

Der Feldsperling

Der Feldsperling war bei der vergangenen Wahl auf Platz vier gelandet und geht nun noch einmal ins Rennen. Er hat sich wie der Haussperling den Menschen angepasst und lebt häufig auch in unseren Siedlungen, in Gärten und Parks. Der Feldsperling braucht bunte Grünflächen mit alten Bäumen und entspannte Gärtnerinnen und Gärtner, die es ein bisschen wilder im Garten mögen. Darum fordert er: „Wilder Garten für mehr Arten!“ Im Land sind zwischen 65.000 und 90.000 Brutpaare zuhause. Mehr Infos und die Abstimmung gibt es hier.

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2023 fünf Kandidaten NABU Vogel des Jahres Wahl

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