Razzien gegen Rechtsextreme - zwei Objekte im Südwesten durchsucht

19. September 2023 , 10:53 Uhr

Stuttgart/Berlin (dpa/dk) – In insgesamt 10 Bundesländern gehen Einsatzkräfte gegen rechtsextremistische Vereine vor. Dabei wurden auch zwei Objekte des rechtextremistischen Vereins „Hammerskins Deutschland“ im Südwesten durchsucht.

Auch im Regierungsbezirk Karlsruhe

Sicherheitsbehörden haben in Baden-Württemberg und neun weiteren Bundesländern Objekte mutmaßlicher Mitglieder des rechtsextremistischen Vereins «Hammerskins Deutschland» durchsucht. Im Südwesten waren zwei Örtlichkeiten im Regierungsbezirk Karlsruhe und Stuttgart im Visier der Ermittler, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Die Maßnahme habe sich hier gegen ein Mitglied des regionalen Chapters «Württemberg» und ein anderes Mitglied des Chapters «Westwall» der «Hammerskins Deutschland» gerichtet. Festnahmen gab es demzufolge zunächst nicht. Die Aktionen hatten sich auch gegen die Teilorganisation «Crew 38» gerichtet.

Staat geht entschlossen gegen Rechtsextremisten vor

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte die Organisationen zuvor verboten. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) bezeichnete das Verbot als harten Schlag gegen die bundesweit organisierte rechtsextremistische Szene. «Der Staat geht entschlossen gerade auch gegen jene Rechtsextremisten vor, die sich und ihre Aktivitäten im Verborgenen wähnen», sagte er. Den Angaben zufolge zogen die Sicherheitsbehörden im Südwesten auch Vereinsvermögen ein. An den Durchsuchungen seien Kräfte der Polizeipräsidien Heilbronn und Mannheim, des Polizeipräsidiums Einsatz und der Bundespolizei beteiligt gewesen. Das gegen die Vereinigung ausgesprochene Vereinsverbot sei vollzogen und der Verein einschließlich seiner Teilorganisationen aufgelöst.

Razzien in 10 Bundesländern

Insgesamt waren in Deutschland am frühen Morgen Wohnungen von 28 mutmaßlichen Mitgliedern des Vereins in zehn Bundesländern durchsucht worden. Neben Baden-Württemberg waren Einsatzkräfte in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und dem Saarland unterwegs. Die Neonazi-Gruppe «Hammerskins Deutschland» ist ein Ableger der 1988 in den USA gegründeten Gruppierung «Hammerskins Nation». In Deutschland existiert sie seit Anfang der 1990er Jahre. Sie versteht sich als elitäre «Bruderschaft» der rechtsextremistischen Skinhead-Szene. Laut Bundesinnenministerium verstoßen der Verein «Hammerskins Deutschland», seine regionalen Chapter und seine Teilorganisation «Crew 38» in kämpferisch-aggressiver Weise gegen die verfassungsmäßige Ordnung.

20. Verbot einer rechtsextremistischen Vereinigung

Zudem liefen Zweck und Tätigkeit der Vereinigung den Strafgesetzen zuwider. Bei Konzertveranstaltungen der Gruppe würden auch Nicht-Mitglieder mit rechtsextremistischem Gedankengut ideologisiert. Bei den Vorbereitungen für das Verbot haben Bund und Länder nach Angaben des Bundesinnenministerium über ein Jahr lang zusammengearbeitet. Auch mit US-Partnerbehörden sei kooperiert wurden. Zu den rechtsextremistischen Vereinigungen, die in den vergangenen Jahren in Deutschland verboten wurden, zählen unter anderem «Combat 18» und «Nordadler». Den Angaben zufolge ist es das 20. Verbot einer rechtsextremistischen Vereinigung durch das Bundesinnenministerium.

Anzeige
Hammerskins Deutschland Karlsruhe Razzia Rechtsextremismus Stuttgart Südwesten Verbot,

Das könnte Dich auch interessieren

01.06.2026 Neue Rauchverbote im Südwesten: Das müsst ihr wissen Baden-Württemberg (dpa/dk) - Rauchen wird in Baden-Württemberg ab heute an vielen Orten deutlich stärker eingeschränkt. Seit dem 1. Juni 2026 gilt im Südwesten ein neues Nichtraucherschutzgesetz. Betroffen sind unter anderem Spielplätze, Haltestellen, Freibäder, Zoos und Freizeitparks. Auch E-Zigaretten, Vapes und Shishas fallen unter die neuen Regeln. 22.05.2026 So voll wird es zu Pfingsten auf Straßen und an Flughäfen Baden-Württemberg (dpa/tk) - Zum Start der Pfingstferien müssen sich Reisende auf Staus und volle Terminals einstellen. Der ADAC und die Flughäfen warnen vor einem der verkehrsreichsten Wochenenden des Jahres und geben Prognosen ab. Neben Baden-Württemberg startet auch Bayern in die Ferien, was die Staugefahr im Süden weiter erhöht. 13.05.2026 Cem Özdemir soll zum Ministerpräsidenten gewählt werden Stuttgart (dpa/tk) - Nach 15 Jahren mit Winfried Kretschmann an der Spitze bekommt Baden-Württemberg heute einen neuen Regierungschef. Grünen-Politiker Cem Özdemir (Grüne) soll am Vormittag im Landtag in Stuttgart zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden. Er wäre der erste Ministerpräsident mit türkischen Wurzeln in der Geschichte der Republik. 08.05.2026 Residenzbahn: Warum weniger Züge zwischen Karlsruhe und Stuttgart fahren Karlsruhe (dpa/tk) - Reisende und Pendler müssen in den kommenden beiden Wochen auf der sogenannten Residenzstrecke, zwischen Karlsruhe und Stuttgart, erhebliche Geduld aufbringen - und buchstäblich Stehvermögen. Denn wegen Bauarbeiten ist der Regionalexpress RE1 von Arverio ab Montag, 11. Mai, zwischen Karlsruhe und Stuttgart für zwei Wochen deutlich seltener und auch nicht durchgehend unterwegs